Chinas Geflügelindustrie möchte Vogelgrippe totschweigen

5. Februar 2014, 15:49
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Aus Angst vor weiteren finanziellen Verlusten möchte die nationale Vereinigung der Geflügelzüchter Chinas "übertrieben detaillierte Berichte verhindern"

Peking - Chinas Geflügelindustrie möchte die Vogelgrippe am liebsten weitgehend totschweigen, um ihre finanziellen Verluste einzudämmen. In einem Brief an die Gesundheitsbehörden hat die nationale Vereinigung der Geflügelzüchter Chinas gebeten, "die Meldung einzelner Fälle mit dem Virus A(H7N9) einzustellen, um übertrieben detaillierte Berichte zu verhindern", wie amtliche Medien zitierten.

Trotzdem meldeten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch zehn weitere Infektionen. Damit stieg die Zahl der Erkrankungen seit Jahresanfang auf mehr als 120. Acht der neuen Patienten seien in einem ernsten bis lebensgefährlichen Zustand, verlautete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Kein Hinweis auf Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Seit Jahresanfang sind mindestens 26 Menschen an den Folgen einer A(H7N9)-Infektion gestorben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es bislang aber keinen Hinweis auf eine Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch. Stattdessen wurden alle Infektionen bisher nach Kontakt mit Lebendgeflügel auf Märkten und Landwirtschaftsbetrieben registriert. Erst eine Übertragung von Mensch zu Mensch in größerem Umfang würde die Situation gefährlich machen.

Nach den ersten Nachrichten über die Vogelgrippe sind der Verkauf von Geflügel in China und damit auch die Preise massiv eingebrochen. Die Geflügelindustrie spricht davon, dass sie im gesamten vergangenen Jahr Verluste in Höhe von 100 Milliarden Yuan, umgerechnet zwölf Milliarden Euro, hinnehmen musste. Allein im vergangenen Monat hätte der Schaden noch einmal fast 20 Milliarden Yuan (2,4 Milliarden Euro) betragen. (APA/red, derStandard.at, 5.2.2014)

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