Smart Meter - E-Control sieht kein Problem mit Zeitplan

5. Februar 2014, 15:01
5 Postings

Boltz bringt Liberalisierung des Ablesens ins Spiel: Telekombranche würde sich freuen

Während die Energiewirtschaft einen neuen Zeitplan für die Umrüstung auf die neuen digitalen Stromzähler fordert, sieht der Energieregulator E-Control keinen Anlass dafür. "Es wird keinen Aufstand geben, wenn ein Netzbetreiber die 10 Prozent 2015 nicht ganz schafft", sagte Vorstand Walter Boltz zur APA. Er bringt eine Liberalisierung des Zähl- und Messwesens ins Spiel.

"Wenn die Branche sagt, sie könne oder wolle nicht umrüsten, dann wird sich der Gesetzgeber Alternativen überlegen müssen", so Boltz. "Das wäre schade, ich bin dagegen." Aber die Telekombranche würde sich laut Boltz darüber freuen. In Deutschland sei das Zähl- und Messwesen liberalisiert. Hierzulande sei das aber nicht notwendig, es gebe zahlreiche Technologieunternehmen, etwa Kapsch, Siemens oder ubitronix, die den Netzbetreibern den Umbau abnehmen würden, so Boltz.

Umrüstung

Das Zwischenziel, bis 2015 jeden zehnten Stromzähler auf einen sogenannten Smart Meter umzurüsten, rechtfertigte Boltz damit, dass so niemand die Umrüstung von 95 Prozent bis 2019 verschlafen könne. Ein rascher und vollständiger Wechsel sei auch im Sinne der E-Wirtschaft, weil alte und neue Stromzähler parallel zu betreiben, sei am teuersten. Boltz geht davon aus, dass nur 1 bis 2 Prozent der Haushalte den Smart Meter ablehnen und die Opt-out-Möglichkeit nutzen. Es sei denn, die Energiewirtschaft starte eine Kampagne dagegen. Neue Gesetze, wie vom Branchenverband Oesterreichs Energie gefordert, seien nicht notwendig.

Boltz geht auch davon aus, das die Mehrzahl der Konsumenten bereits auf den Smart Meter warte. "Bei einem Pilotprojekt in Wien waren 200 Geräte innerhalb von 8 Minuten vergeben", führte er an. Mit den digitalen Stromzählern könnten Kunden den eigenen Stromverbrauch so genau wie nie zuvor analysieren. Es sei an der Zeit, dass die Energieversorger informieren, wann welche Gebiete umgerüstet werden. Einen solchen Plan gebe es noch nicht, so Boltz. (APA, 5.2. 2014)

Share if you care.