OMV-Chef erwartet Renaissance bei Gas

5. Februar 2014, 14:08
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Gerhard Roiss erwartet Impulse durch neue Pipelines und aus der USA kommendes Gas. Von der Politik fordert er mehr Pragmatismus

Wien - In den letzten Jahren hat die massive Förderung von Wind- und Sonnenenergie zu fallenden Strompreisen geführt. Da Gaspreise nicht entsprechend schnell zurückgingen, wurde die Stromproduktion aus Gas zurückgefahren. Irgendwann ab 2020 wird Gas aber wieder an Bedeutung zunehmen, erwartet OMV-Chef Gerhard Roiss: "Gas ist die wichtigste Einzelenergie für die Zukunft".

Das liege schon an der Verfügbarkeit. Der OMV-Chef erwartet mehr europäisches Gas über Pipelines und US-Gas, das verflüssigt und so nach Europa gebracht wird. Im Umgang mit der Energieversorgung werde Europa "mehr Pragmatismus" brauchen, weil die Industrie sonst an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen würden. Gas sei auf Dauer ein wichtiger Baustein, Stromproduktion aus Gas müsse sich wieder rechnen, denn das sei sicher besser als Atomkraft oder Kohle, "der schmutzigsten Energieform", meint Roiss und merkt an: Atomkraftwerke werden mit einer 20-jährigen Abnahmeverpflichtung gebaut.

"Gazprom entscheidet"

Keine Prognose macht Roiss zur Streckenführung der neuen Pipeline Southstream, die ursprünglich über den österreichischen Verteiler in Baumgarten führen sollte. Das sei "Thema der Gazprom, die wird entscheiden, wo die Pipeline geht". Die OMV habe einen Vertrag, der eine Strecke über Baumgarten möglich mache. Jedenfalls aber werde das Gas "den Weg in die Märkte finden", ist Roiss überzeugt. Die von der OMV früher betriebene Nabucco "ist Geschichte".

Für die europäische Industrie bringen die fallenden Energiepreise ein "Energieeffizienz-Paradoxon" meint Christian Helmenstein, das für die Industrie sehr gefährlich sei. Die Firmen, die stark in die Energieeffizienz investiert haben, hätten einerseits die Investitionskosten zu tragen und würden andererseits weniger vom Energiepreisverfall profitieren als ihre ineffiziente Konkurrenz. Damit seien sie doppelt benachteiligt. (APA, 5.2.2014)

  • OMV-Chef Gerhard Roiss sieht Gas an Bedeutung gewinnen.
    foto: reuters/bader

    OMV-Chef Gerhard Roiss sieht Gas an Bedeutung gewinnen.

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