FPÖ verteidigt "Kristallnacht"-Cartoon

5. Februar 2014, 13:09
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Kickl sieht Mitverantwortung der SPÖ an Ausschreitungen bei Akademikerball - FPÖ brachte Anzeige wegen Verdachts der kriminellen Vereinigung ein - Vorwürfe für Junge Grüne absurd

Wien - Ein Cartoon in der Wochenzeitung "Zur Zeit", der die Demonstrationen gegen den Akademikerball mit der "Kristallnacht" vergleicht, hat nun auch die Bundes-FPÖ auf den Plan gerufen. Generalsekretär Herbert Kickl verteidigte in einer Aussendung am Mittwoch den Vergleich und spielte den Ball an die Kritiker zurück: Die SPÖ wolle damit nur von ihrer Mitverantwortung an den Ausschreitungen ablenken.

"Die künstliche Aufregung der vereinten Linken über den vom Magazin 'Zur Zeit' verwendeten Begriff der 'Kristallnacht' ist nichts anderes als der Versuch einer Kindesweglegung, was die gewalttätigen Ausschreitungen rund um den Akademikerball betrifft", meinte Kickl. Führende Mitglieder der "sozialistischen Studenten, die als Kaderschmiede der Partei fungieren", seien an den Krawallen beteiligt gewesen.

FPÖ klagt nach Ausschreitungen

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen hat die FPÖ unterdessen wie angekündigt die Justiz eingeschaltet. Eine Sachverhaltsdarstellung, die laut Aussendung am Mittwoch der Staatsanwaltschaft übermittelt wurde, soll den Verdacht der "Bildung einer kriminellen Vereinigung" klären. Im Visier haben die Freiheitlichen die Jungen Grünen und die ehemalige ÖH-Chefin Janine Wulz.

"Es liegt ein Video vor, das Wulz im Gespräch mit den angereisten Chaoten und sogar als Aktivistin bei einer deren Protest-Kundgebungen zeigt", sagte Wiens FPÖ-Klubchef Johann Gudenus, der damit Kontakte der Studentenfunktionärin zum sogenannten Schwarzen Block andeutet. Die Gewaltexzesse seien "von langer Hand geplant" gewesen.

Die Sprecherin der Jungen Grünen, Diana Witzani, bezeichnete den Vorwurf einer kriminellen Vereinigung als absurd. "Wir sehen dem Ganzen gelassen entgegen und werden uns weder einschüchtern noch die antifaschistische Arbeit einschränken lassen", sagte sie. Auch für "gewaltfreie Proteste" würden sich die Jungen Grünen immer einsetzen. (APA, 5.2.2014)

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