Zentralafrika: Wieder zahlreiche tote Zivilisten trotz Militärpräsenz

5. Februar 2014, 12:38
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Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen

Bangui - Trotz verstärkter Militärpräsenz von Ländern der Afrikanischen Union (AU) ist es in der Zentralafrikanischen Republik erneut zu Kämpfen zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Bürgermilizen gekommen. Dabei soll mindestens ein Dutzend Zivilisten ums Leben gekommen sein, berichteten Augenzeugen.

Die muslimischen Rebellen der Seleka ("Allianz"), die offenbar von Söldnern aus den Nachbarländern Tschad und Sudan unterstützt werden, hatten demnach Anfang der Woche Christen in Bossembele und Boali angegriffen. Die Orte liegen rund 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bangui. Aus Vergeltung attackierten daraufhin christliche Milizen zahlreiche Bürger des muslimisch geprägten Ortes Sibut.

Dort hatten sich in der vergangenen Woche Hunderte Rebellen für eine Großoffensive auf Bangui versammelt. Ziel war es, die Regierung der Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza zu stürzen. Jedoch konnten Soldaten der AU-Truppe MISCA den Ort unter ihre Kontrolle bringen und den Marsch auf Bangui verhindern.

Zentralafrika ist überwiegend christlich. Das bitterarme Land versinkt im Chaos, seit das muslimische Bündnis Seleka im vergangenen März Präsident Francois Bozize gestürzt und die Macht an sich gerissen hatte. Interimspräsident Michel Djotodia hatte das Bündnis eigentlich verboten. (APA, 5.2.2014)

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