Nachfrage im Einzelhandel 2013 verhalten

5. Februar 2014, 11:43
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Fast alle Branchen mit Umsatzeinbußen, Weihnachten verliert an Bedeutung

Wien - Die Nachfrage im Einzelhandel war im vergangenen Jahr verhalten. Mit Ausnahme des Lebensmittelhandels (+1,0 Prozent) sowie Bekleidungs- und Schuhgeschäften (+0,8 Prozent) erlitten 2013 alle Branchen reale Umsatzeinbußen. Besonders schlecht lief es für Apotheken und Kosmetikgeschäfte (-3,4 Prozent) sowie für den Möbel-, Heimwerkerbedarf- und Elektrowarenhandel (-2,5 Prozent).

Insgesamt waren die Umsätze inflationsbereinigt um 0,3 Prozent rückläufig, nominell ging sich ein Plus von 1,3 Prozent aus. Diese (vorläufigen und unbereinigten) Zahlen gab die Statistik Austria am Mittwoch bekannt. Aufgrund anderer Datenlage weichen sie von den vor zwei Wochen veröffentlichten Zahlen der KMU Forschung Austria ab. Diese kam auf ein reales Umsatzminus im stationären Einzelhandel von 0,9 Prozent.

Laut Statistik Austria fuhr der Sportartikelhandel im Vorjahr ein reales Umsatzminus von 1,4 Prozent ein. Die Umsätze der Buch- und Schreibwarengeschäfte gingen um 0,7 Prozent zurück.

Umsatzeinbußen im Dezember

Auch im Monat Dezember waren die Erlöse rückläufig. Unter Berücksichtigung der Inflationsrate wurden Umsatzeinbußen von 1,1 Prozent verzeichnet, nominell war das ein Plus von 0,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft war mit einem Umsatzvolumen von 1,2 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau.

"Im Vergleich zum Gesamtjahr verliert Weihnachten an Bedeutung", sagte Roman Seeliger, Geschäftsführer-Stellvertreter der Bundessparte Handel. Auffallend sei, dass der Trend zu Geldgeschenken und Gutscheinen weiter spürbar zunehme. Auch die Zahl derer, die knapp vor Weihnachten noch schnell ein Geschenk suchen, sei kontinuierlich am Steigen. Diese Entwicklung gebe es in allen Gesellschafts- und Altersgruppen.

"Die Bedeutung des Weihnachtsgeschäfts nimmt ab, wenn auch nicht stark", meinte unlängst auch Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria. 2012 lag der Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz bei 2,4 Prozent, 2002 waren es drei Prozent. In den 1950er-Jahren trug das Weihnachtsgeschäft noch rund zehn Prozent zum Gesamtgeschäft bei.

Eine weihnachtliche Besonderheit beobachtet das Dorotheum. Hier würden vor Weihnachten Schmuckstücke wieder ausgelöst, um für das Fest zu glänzen - und nach Weihnachten landete der Schmuck wieder im Pfandleihhaus. Der Jänner ist für das Dorotheum einer der stärksten Monate, hieß es. (APA, 5.2.2014)

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