Frühstücksflocken: Keine Schlankmacher

5. Februar 2014, 11:32
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Ein Test zeigt, dass das vermeintlich gesunde "Fitness-Frühstück" viel Zucker und Fett, aber wenige Ballaststoffe enthält

Linz - Wellness-Frühstückcerealien sind deutlich weniger gut für die Figur, als die Werbeversprechen den Konsumenten suggerieren. Das ergab eine Analyse der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die Produkte enthalten viel Zucker sowie Fett und wenige Ballaststoffe, heißt es von der AK OÖ.

Die Tester kauften insgesamt 13 Produkte ein, die mit "Wellness", "Fitness", "Vitality" oder ähnlichen Begriffen beworben werden, und prüften deren Zucker-, Gesamtfett- und Ballaststoffgehalt. Dabei lag der Großteil der Produkte mit einem Zuckergehalt von zwölf bis 21 Gramm im Mittel der Nährwertempfehlungen. Umgerechnet auf eine 45-Gramm-Portion sei mit 1,4 bis 2,4 Stück Würfelzucker zu rechnen. Das entspricht bis zu 10,5 Prozent der empfohlenen Zuckerzufuhr einer erwachsenen Frau. Auch beim Fettgehalt lagen die meisten Produkte (8 von 13) im Mittelfeld.

Zwei Produkte fielen aber mit einem Zuckergehalt von 23,6 beziehungsweise 30,2 Gramm je 100 Gramm - das entspricht 2,7 bis 3,4 Stück Würfelzucker je 45-Gramm-Portion - auf. Ein weiteres Angebot wurde aufgrund seines hohen Nussgehalts und des damit im Zusammenhang stehenden hohen Fettgehalts genauer unter die Lupe genommen. Die Fettqualität sei zwar durch reichlich ungesättigte, lebenswichtige Fettsäuren besonders hochwertig, wer jedoch auf seine Linie achtet, sollte die Portionsgröße besser sparsam dosieren, lautet die Empfehlung der Konsumentenschützer.

Geringer Ballaststoffanteil

Den Testern fiel auch auf, dass Frühstückscerealien in der Werbung häufig als gesunde Getreidekost mit einem hohen Vollkornanteil beworben werden. Dies suggeriere beim Verbraucher automatisch auch einen hohen Ballaststoffanteil. Das gelte aber nur, wenn mindestens sechs Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm enthalten sind. Der Ballaststoffanteil der getesteten Getreideflocken lag mit einer Ausnahme aber nur zwischen 3,9 und 5,7 Gramm. Wesentlich mehr Ballaststoffe (6,8 bis zwölf Gramm je 100 Gramm) lieferten hingegen die Müsliprodukte im Test.

Vor etwa einem Jahr hatte die Arbeiterkammer bereits 23 Arten von Frühstücksflocken getestet und dabei einen hohen Zuckergehalt - bis zu 45 Prozent - festgestellt. Jedes zweite Produkt bestand aus mindestens 30 Prozent Zucker. "Das sind Süßigkeiten und kein ausgewogenes Frühstück", kritisierten die Konsumentenschützer damals. Sie fordern eine klare und einheitliche Nährwertkennzeichnung nach dem Ampel-Prinzip auf der Produktvorderseite. (APA/red, derStandard.at, 5.2.2014)

  • Frühstücksflocken werden in der Werbung häufig als gesunde Getreidekost mit einem hohen Vollkornanteil beworben. Dies suggeriere beim Verbraucher automatisch auch einen hohen Ballaststoffanteil. - Dem ist aber nicht so.

    Frühstücksflocken werden in der Werbung häufig als gesunde Getreidekost mit einem hohen Vollkornanteil beworben. Dies suggeriere beim Verbraucher automatisch auch einen hohen Ballaststoffanteil. - Dem ist aber nicht so.

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