Kiff-Tourismus

6. Februar 2014, 17:02
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Pro: Nüchtern betrachtet ist Kiff-Tourismus ein erfolgversprechendes Modell - Kontra: Der Kaffee schmeckt in Coffeeshops oft wirklich nicht gut

Pro
Von Rainer Schüller

Nüchtern betrachtet ist Kifftourismus ein erfolgversprechendes Modell, und auch Österreich täte gut daran, sich damit auseinanderzusetzen.

In Colorado (USA) wurde mit 1. Jänner die Prohibition beendet. Cannabis darf nun nach strengen Regeln straffrei konsumiert werden. Der Tourismus boomt, die Grasbauern machen fette Gewinne, mit den 67 Millionen Dollar Steuereinnahmen sollen öffentliche Schulen gebaut werden. Gekifft wurde auch davor, nun verpufft der Profit nicht mehr im Kriminal.

Österreich könnte dem Beispiel Colorados folgen. Wir haben ein ideales Klima für die Hanfpflanze mit dem gewissen Extra, diverse polizeiliche Rodungen bestätigen das. Zur Not helfen Gewächshäuser. Weed aus Ried oder Marihuana aus St. Magdalena würden voll im Zeitgeist liegen. Der New Yorker Hipster könnte sich auf seinem Europa-Trip in Österreich mit lokalen Produkten zudröhnen und gleichzeitig etwas für die Gesellschaft tun.

Kontra
Von Ronald Pohl

Zuerst denkt man bei Kifftourismus an Harmlosigkeiten. Im Kyffhäuser, einem thüringischen Gebirgszug, sitzt einer uralten Sage zufolge der deutsche Kaiser Barbarossa und schläft. Es handelt sich dabei um eine Mütze gesunden Überbrückungsschlafs, denn Kaiser Barbarossa ("Rotbart") soll wiederkehren.

Ist sein Bart, den wir uns als besonders strapazierfähig vorstellen müssen, dreimal um einen Steintisch herumgewachsen, verlässt der Kaiser mit seinen Getreuen das Innere des Berges und "rettet das Reich". Wenn er damit nur nicht zu spät kommt!

Einigermaßen verdutzt war daher der Autor dieser Zeilen, als man ihm sachte beibrachte, mit "Kifftourismus" sei keine Fahrt nach Thüringen - "auf Kaiser Barbarossas Spuren" - gemeint. Ein Besuch des schlummernden Kaisers wäre unbedingt zu befürworten gewesen. So aber ...

Der Besuch ausländischer Coffeeshops ist nicht gutzuheißen. Der Grund: Der Kaffee, der dort ausgeschenkt wird, schmeckt oft wirklich nicht sehr gut. (Rondo, DER STANDARD, 7.2.2014)

  • Hierzulande herrscht ein ideales Klima für die Hanfpflanze.
    foto: istockphotos.com

    Hierzulande herrscht ein ideales Klima für die Hanfpflanze.

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