Keine "fluege" in Sotschi

4. Februar 2014, 18:51
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Sprungski-Firma muss Markennamen bei den Olympischen Spielen überkleben

Krasnaja Poljana - Der Schriftzug des Getränkeherstellers auf dem Sturzhelm, der Name des Autobauers auf dem Oberschenkel, das Emblem der örtlichen Tourismusregion auf der Brust: je zugepflasterter Sportlerbekleidung mit Sponsoraufdrucken und -aufnähern, desto lukrativer für den Athleten. Aber alle vier Jahre - bei Olympischen Spielen - müssen Köpfe und Körper werbefrei sein.

Erlaubt sind aber die Namen der Sportgeräte. Bei den Sprungskiern "fluege.de" und "Sport 2000" ist das so eine Sache. "Laut IOC-Regeln dürfen nur Sportmarken Werbung machen. Wir sind halt keine Sportmarke", sagt Pierre Heinrich von fluege.de. Der Name der Skier darf in Sotschi nicht sichtbar sein.

Die Sprungski-Produktions-Gmbh fluege.de wurde Anfang November 2010 in Thüringen gegründet. Man hatte das alte Werk der früheren Skimarke "Germina" aus der Ex-DDR gekauft. Seit diesem Jahr wird dort auch der "Sport 2000"-Ski produziert. Davor war "fluege.de" lediglich das, wonach es klingt - ein Reiseportal.

Mit einer Folie werden die Skier während der Olympischen Spiele überklebt sein. Ein eigens entwickeltes Wachs mit großen Pigmenten deckt den Firmennamen auf dem Belag ab. Für Medaillenanwärter wurden allerdings eigene, neutrale Skier produziert. Vierschanzentournee-Sieger Thomas Diethart oder Kombinierer Mario Stecher erhalten ein solches Paar im Wert von jeweils 800 Euro. (APA, rie, DER STANDARD, 5.2.2014)

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