Weniger, aber größere Pleiten

4. Februar 2014, 18:10
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Auch die Zahl der Privatkonkurse war 2013 rückläufig

Wien - Großpleiten wie Alpine, Dayli und Niedermeyer haben die Passiva im Vorjahr auf sechs Mrd. Euro hochgetrieben. Die Zahl der Firmeninsolvenzen hingegen sank auf den tiefsten Wert seit zehn Jahren. Betroffen waren mehr als 30.000 Arbeitnehmer. 2013 sei ein Jahr der "VIP - Very Important Pleiten" gewesen, sagt Creditreform-Geschäftsführer Gerhard Weinhofer bei Vorlage der Pleiten-Bilanz 2013. Die Passiva haben sich mit über sechs Milliarden Euro gegenüber 2012 (2,9 Mrd. Euro) verdoppelt.

In 2397 Fällen mussten Insolvenzanträge mangels Vermögen abgewiesen werden - das ist ein Rückgang um 14 Prozent.

Die Hitliste der Insolvenzen nach Höhe der Passiva führt Alpine Bau GmbH (3,8 Mrd. Euro) an, gefolgt von Alpine Holding (700 Mio. Euro) und der Polen-Tochter Alpine Bau Gmbh A-1 spolka jawna (160 Mio. Euro). Unter den Top Ten sind weiters Dayli (90 Mio. Euro), der Anlagenbauer Doubrava (40 Mio.), Niedermeyer (35,1 Mio.), die zu Jet Alliance gehörende AC Aircraft Sales & Consulting (35 Mio. Euro), Griffner Haus (33 Mio. Euro) und die EuroBioFuels AG (22 Mio. Euro).

Nach Bundesländern gab nur in Kärnten einen Anstieg (plus 3,7 Prozent) an Pleiten. Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit herrschte hingegen in Wien mit 21 Insolvenzen pro 1000 Betrieben.

Die Zahl der Privatinsolvenzen ging um 3,9 Prozent auf 10.138 zurück, das sind 41 Insolvenzen pro Werktag. Einen Anstieg um 11,7 Prozent auf 1158 gab es dabei allerdings bei mangels Vermögens abgewiesenen Insolvenzanträgen. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren sank um 5,6 Prozent auf 8980. Die Passiva beliefen sich auf insgesamt 1,1 Mrd. Euro. Hauptursachen: falscher Umgang mit Geld, Arbeitslosigkeit, Scheidung. (APA, DER STANDARD, 5.2.2014)

  • Der Promi-Faktor bei Pleiten war im Vorjahr dank Niedermeyer, Dayli und des Baukonzerns Alpine relativ hoch.
    foto: reuters

    Der Promi-Faktor bei Pleiten war im Vorjahr dank Niedermeyer, Dayli und des Baukonzerns Alpine relativ hoch.

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