Vorarlberg: Zusammenarbeit statt Gemeindefusion

4. Februar 2014, 17:28
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Immer mehr Vorarlberger Kommunen investieren und verwalten gemeinsam

Bregenz - Von Gemeindefusionen hält man in Vorarlberg mit seinen 96 (kleinen) Gemeinden nichts. Zusammenlegungen wird es keine geben, stellte Landeshauptmann Markus Wallner (VP) am Dienstag nach dem Regierungsfoyer erneut klar. Mehr Zusammenarbeit der Kommunen wäre aber im Landhaus gerne gesehen. Das Miteinander wird durch höhere Fördersätze belohnt. Wallner holte drei Regionen vor den Vorhang, die zeigen, wie Kooperation funktioniert.

Große Investitionen können kleine Gemeinden nicht mehr bewältigen, sagt der Nenzinger Bürgermeister Florian Kasseroler (FP). Nenzing allein hätte sich den Neubau des altersschwachen Walgaubades nicht leisten können. Nun, da 14 Gemeinden des kleinstrukturierten Walgau mitfinanzieren und vom Land 1,5 Fördermillionen bekommen, wagt man sich mit einer eigens gegründeten Gesellschaft an das Projekt, das runde sechs Millionen Euro kosten wird.

Leicht sei der Anfang einer Kooperation nicht, sagt Harald Witwer, Bürgermeister von Thüringen, wie Nenzing im Bezirk Bludenz gelegen. Unterschiedliche Mentalitäten und Traditionen unter einen Hut zu bringen sei aufwändig. Coaching, Klausuren, moderierte Sitzungen seien notwendig: "Zusammenarbeit ist ein intensiver Prozess, an dem man laufend arbeiten muss." Die Blumenegg-Gemeinden rund um Thüringen kooperieren bereits im Bereich Altenpflege, zwei Gemeinden legten nun Bauhöfe und Bauämter zusammen.

"Manchmal kann es schon recht rundgehen", beschreibt Werner Huber, Bürgermeister von Götzis (Bezirk Feldkirch), den Alltag. Die Kummenberg-Gemeinden, deren größte Götzis ist, machen Alten- und Jugendarbeit gemeinsam. Die Hofsteig-Gemeinden, Nachbarorte der Landeshauptstadt Bregenz und als Betriebsstandorte Konkurrenten, wollen künftig die Abfallsammlung gemeinsam organisieren. 32 Verwaltungskooperationen laufen in Vorarlberg, 17 Investitionsprojekte wurden seit 2011 gefördert. (jub, DER STANDARD, 5.2.2014)

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