Fähnchenparade: Halstücher

4. Februar 2014, 18:25
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Die Tücher werden es schon richten. Knoten vorne oder hinten, das ist hier allerdings die große Frage

Dass die einen gerade im Schneeanzug die Pisten hinunter wedeln, soll uns nicht davon abhalten, über Halstücher zu sprechen. Die flattern schon jetzt wie Fähnchen um die langen Hälse als wollten sie verkünden: Der Frühling, er wird kommen.

Wer schuld ist an all den Seidencarrés, die sich die Frauen gerade um die Hälse hängen, kann nur rekonstruiert werden. Immerhin ist sich die Modewelt einigermaßen einig: Die Tücher, die werden es schon richten. Uneins ist man sich nur, wie die Fähnchen am Hals denn nun ausgerichtet werden sollen: Knoten vorne oder hinten, das ist hier die Frage. 

Variante eins, die adrette, für Fans des putzigen Charmes der Audrey Hepburn: das Tuch zu einem schmalen Streifen zusammenlegen, Knoten nach vorne, die beiden Tuchenden locker zur Seite gezwirbelt. Das Ergebnis? Hängt wie immer ganz von der Gestaltung des Drumherum ab. Die eindeutig größte Gefahr in diesem Zusammenhang: Perlenohrringe. Die können dem kokett eingesetzten Stoffquadrat im letzten Moment den Garaus machen. Also lieber nochmal bei Miu Miu nachschauen, wie das Tüchlein sogar frei liegendem Schlüsselbein einen Frischekick verleiht – ohne allzu sehr an den braven Vorbildern der Fünfziger zu kleben.

Denn die sind nicht weit, wenn es um Halstücher geht. Hitchcock ließ Grace Kelly so als eleganten rosa Blitz im Cabrio durch Nizza rasen und Audrey Hepburn brummte als Wildfang auf der Vespa durch Rom. Und die Fähnchen? Flatterten mal mehr, mal weniger glamourös im Wind.

Für alle jene, die wert auf Coolness legen, gibt es aber zum Glück noch
Variante zwei:
Das Quadrat wird zum Dreieck gefaltet, das Spitz nach vorne gedreht, der Knoten hängt hemdsärmlig à la John Wayne hinten im Genick. So ähnlich gesehen vor fast zwei Jahren beim französischen Label Céline. Deren Designerin Phoebe Philo hängte den Models die Halstücher wie feine seidene Lätzchen um die Hälse. Und wie das so ist, wenn zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee von den Laufstegen purzelt: Achtung, Ansteckungsgefahr!

Hermès, der wohl bekannteste Hersteller von teuren Seidencarrés, hat bereits Lunte gerochen und im letzten Jahr eine App auf den Markt geworfen, die uns erklärt, wie Tücher um Hälse, Köpfe, Handgelenke und Handtaschen geschlungen werden können. Auf der Modewoche in Berlin haben vor wenigen Wochen die Labels Achtland und Malaikaraiss mit Halstüchern eine Welle der Begeisterung ausgelöst. Nicht zuletzt die Modebloggerinnen staunten: Die wenigen Quadratzentimeter Stoff, die können eine ganze Menge. Und wenn die erst auf den Geschmack gekommen sind, ist eine neue Modeepidemie nicht weit.

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  • Die Halstücher von Malaikaraiss lösten bei der Berlin Fashion Week eine Welle der Begeisterung aus.
    foto: apa/epa/marcütirl

    Die Halstücher von Malaikaraiss lösten bei der Berlin Fashion Week eine Welle der Begeisterung aus.

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