Eine Partnervermittlung für die Forschung

8. Februar 2014, 20:32
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Die Universitätenkonferenz startet einen Dual-Career-Service für Wissenschafter, die nach Österreich wollen

Eine der erfolgreichsten Partnerbörsen ist trotz Internets nach wie vor der Arbeitsplatz: Das gilt auch für Wissenschaft und Forschung. Ob als Student, als Lektor oder als Professor: Zwischen Labors und Hörsälen scheinen immer mehr Menschen zueinanderzufinden und Beziehungen einzugehen.

Michael Stampfer, Geschäftsführer des Wiener Wissenschaftsfonds WWTF, geht von einer höheren zweistelligen Prozentzahl von Wissenschaftern oder Wissenschafterinnen aus, "die mit Wissenschaftern oder Wissenschafterinnen in einer Beziehung leben". Und er ergänzt: "Ein Wissenschaftsstandort, der international sichtbar sein will, muss darauf eine entsprechende Antwort wissen."

Ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl ist für die Paare die Qualität der Unterstützung bei der vom Wissenschaftssystem geforderten Mobilität. Das hat auch die Universitätenkonferenz Uniko erkannt und wird sich fortan gemeinsam mit dem WWTF über eine "Dual Career"-Serviceplattform darum kümmern, auch den Lebenspartnern von angeworbenen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern eine der Qualifikation entsprechende Stelle zu vermitteln.

Schon vor Start der Initiative sind beispielsweise sowohl der Biochemiker Michael Sixt als auch die Evolutionsbiologin Sylvia Cremer-Sixt ans IST Austria in Maria Gugging berufen worden. Tritt ein ähnlicher Fall ein, hilft die Plattform der Uniko bei der Wohnungssuche und bei der Suche nach einem Kindergartenplatz oder einer Schule. Aber nicht jedes Forschungsinstitut hat eine zweite offene Stelle oder kann eine solche schaffen. "Erst dann treten wir in Aktion", sagt Stampfer. Wenn etwa der Part- ner einer Veterinärmedizinerin Geisteswissenschafter ist, dann können selbstverständlich nicht beide an der Vetmed Wien arbeiten.

Der WWTF versucht dann ein bestmögliches "Matching" zwischen den zu vermittelnden Partnern und eventuellen freien Stellen in und um Wien herzustellen - und beschränkt sich dabei nicht auf Arbeitsplätze in Labors und Studierstuben. Auch in Spitälern und Schulen wird gesucht.

Die Initiative für die Gründung der Plattform ging von der Uniko aus. Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin der Med-Uni Wien für Lehre, Gender und Diversity, bemüht sich hier schon seit längerer Zeit um eine gemeinsame Initiative. "Im Sinne einer Internationalisierung des Standorts war das notwendig", sagt sie. Die Plattform der Uniko ist durch Hochschulraum-Strukturmittel finanziert. Der Service des WWTF finanziert sich durch Beiträge der Universitäten und Forschungseinrichtungen wie IST Austria oder Austrian Institute of Technology (AIT). (Peter Illetschko, DER STANDARD, 5.2.2014)

  • Michael Stampfer, Chef des WWTF.
    foto: standard/corn

    Michael Stampfer, Chef des WWTF.

  • Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin der Med-Uni Wien.
    foto: ronald zak/ap/dapd

    Karin Gutiérrez-Lobos, Vizerektorin der Med-Uni Wien.

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