Polen erhielt Raubkunst zurück

4. Februar 2014, 17:23
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Deutschland will Gemälde von Guardi restituieren

Berlin/Wien - Deutschland will Polen das Gemälde Palasttreppe von Francesco Guardi, das sich in der Stuttgarter Staatsgalerie befindet, in nächster Zeit zurückgeben.

Über Jahrzehnte hinweg hatte die deutsche Bundesregierung mit der Herausgabe gezögert. Denn sie erhob Anspruch auf eine historische Schriftensammlung in Krakau - und behielt das Guardi-Bild laut dem 3sat-Magazin Kulturzeit quasi als Pfand zurück. Nun aber habe das Auswärtige Amt seine Haltung geändert. Es liege dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Herzen, "ein neues Momentum in den Dialog über die Rückführung von Kulturgütern zu bringen" . Eine einvernehmliche Lösung sei daher nicht mehr ausgeschlossen.

Bereits erfolgt ist eine Privatrestitution aus Österreich: Knapp 80 Blätter, darunter viele Zeichnungen von Alfred Schouppé und Ignacy Lopienski, wurden im Jänner über Vermittlung des Wiener Zeithistorikers Bertrand Perz dem Nationalmuseum in Warschau übergeben. Die Werke von Lopienski (1865-1944) hätten im Herbst 1939 ausgestellt werden sollen; der Ausbruch des Weltkrieges aber machte die Pläne zunichte. Die Blätter wurden von den deutschen Besatzern wahrscheinlich nach dem Warschauer Aufstand 1944 nach Zell am See verbracht.

Im dortigen Schloss Fischhorn hatte das NS-Regime ein Lager für geraubte Kunstwerke eingerichtet. Im April 1946 erhielt Polen den Großteil seiner geraubten Kunst zurück. Manches war aber bereits verschwunden: Die Bevölkerung muss sich in der Zeit zwischen dem Abzug der Deutschen und der Sicherung durch die U. S. Army bedient haben. (trenk, DER STANDARD, 5.2.2014)

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