Die Literaturtage und die Ökonomie

4. Februar 2014, 17:20
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Rauris widmet sich der "entfesselten Finanz- und Wirtschaftswelt"

Salzburg - Schon Goethes Faust hat es gewusst: Die "Zauberblätter" - in dem Fall das Papiergeld - waren ihm nicht ganz geheuer. So geht es bis heute den meisten: Portfolio, Swaps, Zinswetten waren gerade in Salzburg wegen des Spekulationsskandals in den vergangenen Monaten die Schlagzeilenbringer. Wirklich verstanden haben das System der Zockerei freilich die wenigsten.

Bei den 44. Rauriser Literaturtagen wird heuer von 26. bis 30. März versucht, auf literarischer Ebene etwas Einsicht in die komplexen Vorgänge einer "entfesselten Finanz- und Wirtschaftswelt" und ihre konkreten Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben zu ermöglichen.

Kathrin Röggla, Josef Winkler und Ilija Trojanow sind von den beiden Intendanten Manfred Mittermayer und Ines Schütz als kritische Stimmen dazu eingeladen worden. Robert Menasse ist mit seinem Faust-Spiel Doktor Hoechst, in dem unbegrenztes Wachstum, Expansion und Kapitalismus zum Thema gemacht werden, zu Gast.

Der mit 8000 Euro dotierte Rauriser Literaturpreis geht heuer an die deutsche Autorin Saskia Hennig von Lange für ihr Romandebüt Alles, was draußen ist. Den Förderpreis in der Höhe von 4000 Euro erhält die Salzburgerin Renate Aichinger für ihren Text Amaurose. (neu, DER STANDARD, 5.2.2014)

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