Neue Medikamente gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

4. Februar 2014, 15:15
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Hilfe für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Zwei neue Medikamente stehen kurz vor der Zulassung

Viele Menschen trifft die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) in der Jugend oder als junge Erwachsene. Die meisten leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

In jungen Jahren mit einer unheilbaren Krankheit konfrontiert zu werden, ist besonders hart: "In diesem Lebensabschnitt sollte die Planung des Berufslebens und der Familie im Vordergrund stehen. Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zieht häufig eine grundlegende Änderung dieser Pläne nach sich und kann im Extremfall bis zur Berentung führen", sagt Britta Siegmund, Direktorin der Medizinischen Klinik, Campus Benjamin Franklin an der Charité–Universitätsmedizin Berlin.

Ursachen unzureichend erforscht

Eine CED tritt oft in Schüben auf. Die Hauptsymptome während der aktiven Krankheitsphasen sind starke Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, allgemeine Erschöpfungszustände und häufige Durchfälle.

Die Ursachen sind noch unzureichend erforscht. Bei einem Viertel der Betroffenen ist die Erkrankung durch eine vererbte Abwehrschwäche zu erklären. Auch Rauchen und Stress können zum Ausbruch einer CED führen.

Medikamente können die Symptome lindern und auch eine sogenannte Remission erreichen, das heißt ein Inaktivität der Krankheit ohne Symptome. Am vielversprechendsten sei jedoch "eine frühzeitige Diagnose, gefolgt von einem Therapieansatz, der bei den Krankheitsursachen ansetzt", wünscht sich Britta Siegmund.

Ustekinumab und Vedolizumab

Mit der Entdeckung der Medikamente Ustekinumab und Vedolizumab sind die Experten ihrem Ziel nun einen Schritt näher gekommen. In klinischen Studien wurde deren Wirksamkeit festgestellt.

Ustekinumab wird bereits bei Rheuma- und Hautpatienten erfolgreich eingesetzt und soll nun für die CED-Therapie zugelassen werden. Vedolizumab ist ein neu entwickelter entzündungs-hemmender Antikörper, der das Eindringen von Entzündungszellen durch die Darmwand verhindert. Das Medikament blockiert einen Rezeptor, den die schützenden Lymphozyten benötigen, um in den Darm einzuwandern.

Bisher eingesetzte Medikamente hemmen das gesamte Abwehrsystem eher unspezifisch und anti-entzündlich, erläutert Siegmund. "Im Vergleich dazu wirkt Vedolizumab gezielt 'darmspezifisch' und ermöglicht so eine neue zukunftsweisende Behandlungsstrategie. Dadurch können wir frühzeitiger eine effektive Therapie einleiten", sagt die Expertin. (red, derStandard.at, 4.2.2014)

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