Die dramatischen Auswirkungen des Meeresspiegel-Anstiegs auf Küstenregionen

9. Februar 2014, 19:31
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Zwischen 0,2 und 4,6 Prozent der Weltbevölkerung könnten bis Ende des Jahrhunderts von jährlichen Überflutungen betroffen sein

Berlin/Innsbruck - Laut jüngsten Modellrechnungen wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um zumindest 25 Zentimeter ansteigen. Maximal könnte der Wert 123 Zentimeter betragen. Ein internationales Wissenschafterteam, dem auch Ben Marzeion vom Institut für Geografie der Universität Innsbruck angehörte, hat nun im Fachblatt "PNAS" errechnet, welche Folgen das hat.

Besonders in Küstenregionen ist von einer massiven Zunahme von Überschwemmungen zu rechnen. Von jährlichen Überflutungen könnten demnach zwischen 0,2 und 4,6 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sein.

Anhand aktueller Datenquellen zum weltweiten Abschmelzen der Gletscher und unter Berücksichtigung von vier verschiedenen Klimamodellen berechneten die Wissenschafter verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Meeresspiegel auf globaler und regionaler Ebene. Bis zum Jahr 2100 sei demnach mit einem Anstieg zwischen 25 und 123 Zentimeter zu rechnen. Im extremsten Szenario würde das bedeuten, dass jährlich bis zu 4,6 Prozent der Weltbevölkerung von Hochwassern betroffen wären.

Langfristige Anpassungsstrategien

Dies könnte wiederum zu Einbußen in der globalen Wirtschaftsleistung zwischen 0,3 und 9,3 Prozent führen, so die Analyse. Die Notwendigkeit von Strategien zur Anpassung und zum Schutz vor Überflutungen liegt auf der Hand. Die Anstrengungen müssten allerdings beträchtlich sein, so die Forscher: Laut Modellrechnungen könnten im Jahr 2100 die jährlichen Kosten für die Errichtung neuer und die Instandhaltung alter Deichanlagen zwischen 8,9 und 53,5 Mrd. Euro betragen.

Die Entwicklung effektiver Anpassungsstrategien hätte der Studie nach den größten Einfluss darauf, wie groß die Folgen von Hochwassern tatsächlich sein werden. Langfristig wirksame Maßnahmen zum Schutz von Küstenregionen müssten daher eine zentrale Rolle im Umgang mit den drohenden Veränderungen spielen, so die Wissenschafter. (APA/red, derStandard.at, 4.2.2014)

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