Zunahme der Masernfälle in Wien und Niederösterreich

4. Februar 2014, 12:08
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Mehr als zehn Erkrankungen in einer Montessori-Schule - Virologen warnen vor Impfskepsis

Wien - In Wien und in Niederösterreich gehen die Masern um. "Wir haben bei dem aktuellen Ausbruch bereits 32 Fälle in Wien und in Niederösterreich, weiters nochmals zwei Fälle bei medizinischem Personal in zwei verschiedenen Spitälern in Wien und Niederösterreich", sagte Heidemarie Holzmann vom Department für Virologie der Med-Uni Wien am Dienstag.

"Mehr als zehn Fälle gibt es bereits in einer betroffenen Montessori-Einrichtung. Aber das alles beweist auch, wie wichtig es ist, dass das Gesundheitspersonal gegen die Masern geschützt ist. Die Durchimpfungsrate ist auch in den Spitälern zu niedrig", warnt die Wiener Spezialistin. Mangelnder Masernschutz könne speziell an Kinderabteilungen, aber auch in der Betreuung von immunsupprimierten Patienten (Personen mit geschwächtem Immunsystem; Anm.) gefährlich werden.

Gefährliche Impfskepsis

Heidemarie Holzmann: "Das alles zeigt, dass wir bei der Masernimpfung noch große Lücken bei jungen Erwachsenen, bei medizinischem Personal und kleinen Kindern haben." Babys können erst ab dem elften Lebensmonat immunisiert werden, bis zu diesem Zeitpunkt sind sie auf den "Herdenschutz" angewiesen. Dieser entsteht, wenn das Zirkulieren des Masernvirus unterbrochen wird - was nur erreicht wird, wenn 95 Prozent der Bevölkerung immun sind. Zuletzt hatten österreichische Virologen darauf hingewiesen, dass vor allem Personen mit hohem Bildungsniveau aufgrund von Impfskepsis die Durchimpfungsrate senken.

Gegen die Masern sollten 95 Prozent der Bevölkerung immunisiert sein. Die Erstimpfung von Kleinkindern sollte ab dem elften Lebensmonat erfolgen (95-prozentige Schutzrate). Die zweite Impfung (noch einmal 95-prozentige Schutzrate und damit faktisch 100 Prozent) sollte auf jeden Fall bis zum Ende des zweiten Lebensjahres verabreicht werden. In Österreich wird derzeit auch allen Erwachsenen bis zum Alter von 45 Jahren die Masernimpfung kostenlos angeboten, um Impflücken zu schließen. (APA/red, derStandard.at, 4.2.2013)

  • Babys bis zum elften Lebensmonat sind auf den "Herdenschutz" angewiesen.
    foto: apa

    Babys bis zum elften Lebensmonat sind auf den "Herdenschutz" angewiesen.

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