In Ägypten angeklagte niederländische Journalistin ausgereist

4. Februar 2014, 11:50
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Anklage wegen Mitgliedschaft in "Terrororganisation"

Kairo/Den Haag - Ägypten hat einer wegen angeblicher Terrorverbrechen angeklagten Journalistin aus den Niederlanden die Ausreise gestattet. Wie ein Sprecher des Außenministeriums in Den Haag am Dienstag bestätigte, hätten sich die Niederlande bei den ägyptischen Behörden dafür eingesetzt, dass die Journalistin Rena Netjes in ihre Heimat reisen und sich von dort aus verteidigen kann.

Netjes war in Kairo für den niederländischen Radiosender BNR und die Amsterdamer Zeitung "Het Parool" tätig. Die ägyptische Staatsanwaltschaft hatte sie in der vergangenen Woche zusammen mit 19 Mitarbeitern des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung und Unterstützung des Terrors angeklagt.

Die Vorwürfe gelten als politisch motiviert. Mindestens drei Al-Jazeera-Mitarbeiter, unter ihnen der Australier Peter Greste, sind in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen die Niederländerin Netjes erscheint besonders fragwürdig. Nach eigenen Angaben hat sie nie für Al-Jazeera gearbeitet. Sie hat demnach lediglich ein Informationsgespräch mit einem Mitarbeiter des Senders geführt, der als Spezialist für radikal-islamische Gruppen gilt. (APA, 4.2.2014)

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