Syrischer Oppositionsführer Jarba zu Gesprächen in Moskau

4. Februar 2014, 10:44
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Chef der Nationalen Koalition trifft Außenminister Lawrow

Moskau - Der syrische Oppositionsführer Ahmed al-Jarba ist am Dienstag von Russlands Außenminister Sergej Lawrow empfangen worden. Bei den Gesprächen in Moskau sollte es vor allem um die weiteren Verhandlungen nach der ergebnislosen Syrien-Friedenskonferenz in Genf gehen, wie ein Berater des Chefs der syrischen Nationalen Koalition, Munser Akbik, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte.

Wichtige Themen sind demnach Hilfslieferungen in syrische Städte, eine Freilassung von Gefangenen und die Bildung einer Übergangsregierung. Russlands Vize-Außenminister Gennadi Gatilow forderte die syrische Regierung auf, sich an einer weiteren Verhandlungsrunde zu beteiligen. Das habe Damaskus der russischen Regierung zugesagt, sagte Gatilow RIA Nowosti. Er räumte jedoch ein, dass es noch keine Entscheidung darüber gebe.

Moskau: Syrische Regierung wird an Genfer Gesprächen weiterhin teilnehmen

Moskau rechnet bei der Syrien-Friedenskonferenz fest mit einer weiteren Teilnahme des Assad-Regimes. "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Regierungsdelegation bei der zweiten Runde der internationalen Gespräche in Genf teilnehmen wird", sagte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow am Dienstag vor einem Treffen mit Jarba in Moskau.

Verhandlungen in Genf ohne Durchbruch

Der seit Frühjahr 2011 andauernde Bürgerkrieg in Syrien hat Schätzungen zufolge mehr als 130.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen Syrer aus ihrer Heimat vertrieben. Die ersten Direktverhandlungen zwischen den Konfliktparteien in Genf waren am vergangenen Freitag ohne Durchbruch beendet worden. Die Unterhändler von Staatschef Bashar al-Assad schlossen Zugeständnisse auch für künftige Verhandlungen aus, wobei noch unklar ist, ob eine für den 10. Februar angesetzte zweite Gesprächsrunde überhaupt zustande kommt.

Russland spielt eine entscheidende Rolle im Syrien-Konflikt, es gilt als traditioneller Verbündeter von Assad. Die Regierung in Moskau hatte Oppositionschef Jarba ursprünglich schon vor Beginn der Genfer Gespräche nach Moskau einladen. Das Treffen kam aber nicht zustande, weil zeitgleich auch eine Delegation der syrischen Regierung in Moskau war. Offiziell hatte Jarbas Umfeld Terminprobleme als Grund für die Absage angeführt. (APA, 4.2.2014)

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