Genetisch manipulierte Maus hilft bei Erforschung des Immunsystems

9. Februar 2014, 12:00
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Erfolg an der VetMed Wien: Menge des Immunsystem-regulierenden Proteins STAT1 kann exakt gesteuert werden

Wien - Eine genetisch modifizierte Maus könnte in Zukunft wesentliche Beiträge bei der Erforschung von Krebs und Autoimmunkrankheiten leisten. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität in Wien haben das Nager-Genom so verändert, dass die Bildung eines Immunsystem-regulierenden Proteins bei den Mäusen exakt gesteuert werden kann.

Das sogenannte STAT1-Proteil (Signal transducer and activator of transcription 1) ist Mitglied einer Familie von Transkriptionsfaktoren. Interferone wirken über STAT1 auf das Immunsystem. Ist zu wenig davon vorhanden, führt dies zu Immunschwäche und zur Entstehung von Tumoren. Zu viel STAT1 hingegen lässt das Immunsystem überreagieren - auch in Form von Autoimmunerkrankungen.

"Austromouse"

Im Rahmen des vom FWF-geförderten Sonderforschungsbereichs "JakStat" () und dem GENAU-geförderten Programm "Austromouse" entwickelten die Erstautorin Nicole Leitner vom Institut für Tierzucht und Genetik und die Co-Autoren erstmals eine genetisch veränderte Maus, deren STAT1-Level künstlich genau dosiert, also entweder erhöht oder reduziert werden kann. Die körpereigene Produktion des Proteins ist dabei von der Dosis an dem Uralt-Antibiotikum Doxycyclin abhängig, das die Tiere mit dem Trinkwasser bekommen. Wird weniger Doxycyclin verabreicht, werden auch die STAT1-Level niedriger.

"Mäuse, deren STAT1 einfach abgeschaltet werden kann, sogenannte Knock-out-Mäuse, gibt es bereits seit Längerem. Das Besondere an unserem Modell ist die genaue Dosierbarkeit von STAT1. Verschiedene Mengen an STAT1 können kontrolliert im Körper hergestellt werden. So erforschen wir die Entstehung, den Verlauf und die Heilung von Krankheiten im Detail", betonte Nicole Leitner.

Institutsleiter Mathias Müller führt weiter aus: "Die Mengen von STAT1 in der Zelle könnten in Zukunft Informationen über den Krankheitsverlauf und die passende Therapieform beim Menschen liefern. Uns interessieren gegenwärtig verschiedene Brust- und Blutkrebsformen." Die Ergebnisse der Arbeit wurden im Journal "PLOS ONE" veröffentlicht. (APA/red, derStandard.at, 9.2.2014)

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