Geheimdienstanfragen: Google, Yahoo und Co. legen Zahlen offen

4. Februar 2014, 07:46
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Nach Einigung mit US-Regierung - An die 10.000 Konten bei Google in sechs Monaten von FISA Requests betroffen - Am meisten Anfragen bei Yahoo

Mehrere US-Internetkonzerne haben am Montag erstmals Statistiken zur Abfrage von Kundendaten durch die Geheimdienste veröffentlicht. Im ersten Halbjahr 2013 seien über das Gericht für die Überwachung der Auslandsgeheimdienste (FISA) Anfragen für Daten aus 9.000 bis 10.000 Konten gestellt worden, teilte Google in seinem Unternehmensblog mit.

Yahoo

Beim Internetriese Yahoo verzeichnete nach eigenen Angaben zwischen 30.000 und 31.000 Konten betroffen. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Sunnyvale betonte aber, dass damit gerade einmal 0,01 Prozent der Nutzer weltweit betroffen gewesen seien. Microsoft sprach von 15.000 bis 16.000 Fällen. Facebook musste in den ersten sechs Monaten des Vorjahres nach eigenen Angaben 5.000 bis 6.000 Mal Auskunft über einzelne Konten erteilen.

Klage

Nach dem Skandal um die Spionageaktivitäten des US-Geheimdienstes NSA hatten mehrere Internetkonzerne auf das Recht geklagt, ihre Kunden genauer über das Ausmaß der Anfragen informieren zu dürfen. Sie wollten damit dem Eindruck entgegentreten, dem Geheimdienst im großen Stil Zugriff auf Nutzerdaten zu gewähren. Die US-Regierung lenkte in der vergangenen Woche ein und erlaubte es den Unternehmen, die Daten zu veröffentlichen. 

Offene Fragen

Allerdings darf die Zahl der Anfragen oder der davon betroffenen Konten nicht exakt, sondern nur in Bündeln von 1000er-Schritten bekanntgegeben werden - und selbst das erst sechs Monate, nach dem sie gestellt wurden. Entsprechend begrenzt aussagekräftig sind auch die gelieferten Zahlen. So bewegt sich etwa die Anzahl der Anfragen selbst bei allen Unternehmen im Bereich von 0-999 Stück.

Kleine Schritte

Die betroffenen Unternehmen zeigen sich mit der aktuellen Lösung denn auch nur sehr eingeschränkt zufrieden. Die Veröffentlichung der Zahlen sei "ein Schritt in die richtige Richtung", schrieb Richard Salgado, der bei Google für juristische Fragen und Internet-Sicherheit zuständig ist, im Blog des Unternehmens. Trotzdem sei noch "mehr Transparenz" nötig, damit jeder Bürger die Überwachungsgesetze besser verstehen und sich eine Meinung darüber bilden könne. Entsprechend wolle man weiter für gesetzliche Änderungen kämpfen will, um konkrete Zahlen und auch die Art der Anfragen veröffentlichen zu können.

Facebook

Facebooks Chefjustiziar Colin Stretch schrieb in einem Unternehmensblog, die Regierung habe zwar die "wichtige Pflicht", die Bevölkerung zu schützen. Es sei aber möglich, sich dabei "transparent" zu verhalten. (APA/red, 4.2.2014)

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