Fastfood auf dem Vormarsch: Raus aus der Fritteuse

Kommentar3. Februar 2014, 18:38
149 Postings

Der Staat kann und soll gesundheitsbewusstes Verhalten fördern, ohne zu entmündigen

Dass besonders fette und zuckerreiche Lebensmittel der Gesundheit schaden, traut sich nicht einmal McDonald's schönzureden. Vor wenigen Wochen warnte der Fastfoodriese seine eigenen Mitarbeiter auf der firmeninternen Website vor dem Griff zum Cheeseburger. Der Hinweis auf die "ungesunde Wahl" ist aus PR-Gründen wieder verschwunden, das Problem mit dem Fastfood und dem Fett ist stärker denn je.

Alle Jahre wieder leiert die Weltgesundheitsbehörde die Folgen der Junkfoodliebe für Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme rauf und unter. Nur: Wer hört ihr eigentlich zu? In sämtlichen 25 untersuchten Ländern ist seit der letzten Betrachtung nicht nur der Konsum von Pizza und Whopper weiter gestiegen, sondern auch die darauf zurückzuführenden Krankheiten. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Österreich heute die höchste McDonald's-Dichte von ganz Europa und brilliert als internationaler Testmarkt für Hauszustellungen. Nur in den strenger regulierten EU-Märkten gibt es einen leichten Rückgang.

Mit der Vermarktung von minderwertigem Essen verhält es sich ähnlich wie mit dem Rauchen: Der Staat kann und soll gesundheitsbewusstes Verhalten fördern, ohne zu entmündigen. Es braucht strengere Auflagen für Werbung, die sich direkt an Kinder richtet, und Produzenten, die auf billige Zusatzstoffe verzichten, sollten finanziell gefördert werden. Zeit, die Industrie in die Pflicht zu nehmen. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 4.2.2014)

Share if you care.