Kanadier sind Spitzenreiter bei Fastfood

3. Februar 2014, 17:56
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Weltgesundheitsbehörde ruft OECD-Staaten zum Kampf gegen Fettleibigkeit auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert einen entschlossenen Kampf gegen Fettleibigkeit: Die Regierungen sollen eine gezielte Politik gegen die unkontrollierte Produktion, den Verkauf und Verzehr von Fastfood einleiten. Die sich ausbreitende Fettleibigkeit in reichen Ländern trägt laut der WHO massiv zu Erkrankungen bei und erhöht die Kosten im Gesundheitswesen.

Diabetes, Herzleiden, Schlaganfälle und Krebs seien die Folge, betonen die Autoren einer Studie, die am Montag in der Monatszeitschrift "WHO-Bulletin" publiziert wurde. Die Studie bezieht sich auf die Essgewohnheiten in 25 reichen Ländern.

Sie weist die Kanadier als Spitzenreiter beim Konsum von Hamburgern, Pommes frites und anderen fetthaltigen Schnellspeisen aus: Kaufte jeder Kanadier 1999 im Durchschnitt 110 Portionen Fastfood, stieg die Zahl auf 126 im Jahr 2008. Auf dem zweiten Platz landen die USA: Im Jahr 1999 erwarb jeder Einwohner der Vereinigten Staaten im Durchschnitt 104 Portionen Fastfood, im Jahr 2008 waren es schon 113 Einheiten. Die Österreicher belegen den zehnten Rang der Fastfood-Esser. Pro Kopf kauften sie im Durchschnitt 1999 rund 22 Portionen Fastfood, 2008 waren es 28 Portionen.

Kausalzusammenhang

Laut der Studie stiegen in allen 25 untersuchten Ländern die durchschnittlichen Fastfood-Käufe pro Person im Zeitraum zwischen 1999 und 2008 von knapp 27 auf knapp 33 an. Neben dem erhöhten Konsum von Fastfood stieg auch der durchschnittliche Body Mass Index (BMI) in den untersuchten Länder an - die Verfasser der Studie sehen hier einen kausalen Zusammenhang.

Der BMI stieg von 25,8 auf 26,4. Schon ein BMI von 25 zeigt Übergewicht an. Ein BMI von 30 und mehr bedeutet Fettleibigkeit, was von der WHO als Krankheit klassifiziert wird.

Das Nahrungsmittelangebot müsse den Gesundheitsbedürfnissen der Bevölkerung angepasst werden, verlangt die WHO. Die Politik solle dafür Sorge tragen, dass Lebensmittel mit hohem Fett- und Zuckeranteil sowie industriell verarbeitete Lebensmittel nicht das Sortiment dominieren. "Nötig ist eine Politik, die auf das Essen und die Ernährung zielt", betonte Francesco Branca, Direktor bei der WHO.

Anreize für gesundes Essen

Die Autoren der Studie empfehlen, auf ökonomische Anreize für den Anbau und den Verkauf von natürlichen, gesunden und frischen Nahrungsmitteln zu setzen. Die Fastfood-Industrie ("Big Food") könnte durch eine hohe Besteuerung und das Streichen von Subventionen von der Produktion ungesunder Nahrung abgeschreckt werden.

Zudem sollten die Länder Werbebeschränkungen und eine bessere Kennzeichnung für Fastfood einführen. Bereits 2013 hatten sich alle 194 WHO-Mitgliedsländer dem freiwilligen Kampf gegen die Fettleibigkeit verschrieben - allerdings verabschiedeten sie keine rechtlich bindenden Beschlüsse. (Jan Dirk Herbermann aus Genf, DER STANDARD, 4.2.2014)


Kommentar von Julia Herrnböck: Raus aus der Fritteuse

  • Burger und Co. werden immer beliebter.
    foto: epa / keystone/ della bella

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