"So viel Schnee erleben wir etwa alle 25 Jahre"

3. Februar 2014, 18:04
9 Postings

Experte Thomas Rinderer von Ubimet spricht von extremer Menge

STANDARD: In manchen Regionen Österreichs herrschen Temperaturen wie im Frühling, andere versinken im Schnee. Wie lässt sich das erklären?

Rinderer: Während sich an der Alpensüdseite feuchte Meeresluft gestaut hat und es deshalb zu starken Schneefällen kam, wehte an der Alpennordseite föhniger, milder Südwind, der für höhere Temperaturen sorgte. Mittlerweile hat die Glatteisgefahr abgenommen. Am Dienstag ist in Osttirol und Oberkärnten noch einmal mit kräftigem Schneefall zu rechnen, danach sollte er aber nachlassen.

STANDARD: Ist denn die derzeitige Wetterlage noch in der Norm, oder erleben wir einen extremen Winter?

Rinderer: Extrem ist die Schneemenge. Ansonsten ist der Winter sehr mild verlaufen, das ist aber in Österreich nicht außergewöhnlich. Die Alpen sind eine Wetterscheide, weswegen es oft zu großen Unterschieden zwischen der Nord- und Südseite kommt.

STANDARD: Also kein Resultat des vielzitierten Klimawandels?

Rinderer: So viel Schnee erleben wir etwa alle 25 Jahre, dass das etwas mit dem Klimawandel zu tun hat, bezweifle ich. Die Auswirkungen sind heute aber oftmals schwerwiegender als früher, da sich der Mensch immer weiter in unbesiedelte Naturräume ausbreitet. Es kommt zu mehr Sachschäden und einem höheren Risiko für den Menschen, auch wenn sich das Wetter nicht wesentlich ändert. (mika, DER STANDARD, 4.2.2014)

  • Thomas Rinderer ist einer der Meteorologen des Wetterdiensts Ubimet, einem 2004 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Wien.
    foto: ubimet

    Thomas Rinderer ist einer der Meteorologen des Wetterdiensts Ubimet, einem 2004 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Wien.

Share if you care.