Ohne Liebe kein Leben

3. Februar 2014, 17:23
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Dem Innsbrucker Kellertheater ist es geglückt, die österreichischen Erstaufführungsrechte von David Hares Skylight zu ergattern

Kyra lebt in einer ärmlichen Gegend Londons - dort, wo Wohlstandsverlierer noch halbwegs ein Auskommen haben. Sie ist Lehrerin und hat sich mit Leib und Seele jenen Kindern verschrieben, die von ihrer Zukunft nicht viel zu erhoffen haben. Kyras heruntergekommene Wohnung wird von einem desolaten Heizstrahler nur ungenügend gewärmt.

Eines Tages bekommt sie unerwarteten Besuch von Tom, einem eleganten Herrn in edlem Zwirn. Jahrelang war sie als enge Mitarbeiterin von Toms Unternehmen ein Teil seiner Familie gewesen. Die beiden unterhielten eine heimliche Liaison. Als das Verhältnis aufflog, verschwand Kyra sang- und klanglos. Indes legte Toms Unternehmen einen rasanten Aufstieg hin, und Tom verkehrte in der obersten Businessliga. Bis die private Katastrophe einsetzte, seine Frau verstarb und er durch ihren Tod im Innersten erschüttert wurde.

Dem Innsbrucker Kellertheater ist es geglückt, die österreichischen Erstaufführungsrechte von David Hares Skylight zu ergattern. Der zweistündige Schlagabtausch zwischen Kyra und Tom wechselt zwischen gegenseitigem Unverständnis und intimer Nähe, Gewesenes wird aufgearbeitet, eine gemeinsame Zukunft ausgelotet. In der stimmigen Inszenierung von Oliver Karbus spielt Julia Loibl ihre Kyra unprätentiös und mit einer sympathischen Anspruchslosigkeit. Fassungslos wird sie angesichts der Arroganz, die ihr ehemaliger Geliebter unterprivilegierten Menschen entgegenbringt. Thomas Lackner als Tom changiert zwischen Abgehobenheit und Verzweiflung. Toms Sohn Edward (Martin Radecke) taucht zu Beginn und am Ende des Stücks auf und wirft ein Licht auf die wesentliche Rolle, die Kyra in dieser Familie einst spielte. (dns, DER STANDARD, 4.2.2014)

Bis 22. 2., 20.00

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