Eurozone: Industrie schaltet Gang höher

3. Februar 2014, 12:13
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Das Wachstum in der Eurozone ist so stark wie seit Mai 2011 nicht mehr, selbst Griechenland ist wieder in der Wachstumszone

Berlin - Dank der Erholung in den Krisenstaaten Spanien, Italien und Griechenland spürt die Industrie im Euroraum kräftigen Rückenwind. Der Einkaufsmanagerindex stieg auch dank einer starken deutschen Industrie um 1,3 auf 54,0 Punkte, wie das Umfrage-Institut Markit am Montag mitteilte. Das viel beachtete Barometer für die Wirtschaft signalisiert damit das kräftigste Wachstum seit Mai 2011.

Auch das Sorgenkind Griechenland überschritt im Gegensatz zu Frankreich wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten - erstmals seit August 2009. Damit sind nun praktisch alle südlichen Mitgliedsländer wieder auf Wachstumskurs: "Die Erholung hat im Jänner deutlich an Dynamik gewonnen", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Gute Geschäfte in Deutschland

Dank steigender Nachfrage aus Übersee schaltete auch die deutsche Industrie einen Gang höher. Ihre Geschäfte liefen im Jänner so gut wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 2,2 auf 56,5 Punkte. Produktion und Auftragszuwächse erreichten dabei fast ein Drei-Jahres-Hoch. Grund ist die anziehende Weltkonjunktur. "Die Exportgeschäfte gewannen merklich an Dynamik", erklärte Markit. Die deutschen Unternehmen profitierten hierbei vor allem von erhöhten Auftragseingängen aus Asien und den USA. Insbesondere Konsumgüter seien vermehrt nachgefragt worden.

Auch in Frankreich sprechen immer mehr Anzeichen für eine allmähliche Stabilisierung: Die Wachstumsschwelle ist mit einem Wert von 49,3 Punkten in greifbare Nähe gerückt. Zugleich legten die Exportgeschäfte wieder zu. Italien und Spanien befinden sich ebenfalls im Aufwind.

Die bessere Konjunktur schlägt allmählich auch auf den Arbeitsmarkt durch. Für die Industrie der gesamten Eurozone wurde zum ersten Mal seit fast zwei Jahren ein Stellenplus gemessen. Dieses fiel zwar bescheiden aus, erreichte aber dennoch das höchste Niveau seit September 2011. Bisher stand die hohe Arbeitslosigkeit in Staaten wie Griechenland und Spanien einer nachhaltigen Erholung im Weg, da sie vor allem den Konsum belastet.

Wermutstropfen aus Sicht der Unternehmen: Sie konnten ihre Verkaufspreise nur moderat und geringfügiger als in den beiden Vormonaten anheben. Das spricht für einen anhaltend niedrigen Inflationsdruck. Die Teuerungsrate in der Eurozone war zu Jahresbeginn auf 0,7 Prozent gefallen. (APA/Reuters, 3.2.2014)

  • Das Wirtschaftswachstum steigt.
    foto: apa/karl-josef hildenbrand

    Das Wirtschaftswachstum steigt.

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