Langzeitarbeitslose werden immer mehr mehr

3. Februar 2014, 13:13
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Fast 450.000 ohne Job - Anstieg bei Frauen größer - Auch Alte, Behinderte und MigrantInnen besonders stark betroffen

Wien - Die Arbeitslosenzahlen steigen weiter, in einigen Bereichen dramatisch. Im Jänner waren 449.668 Personen auf Jobsuche, davon waren 79.831 in Schulung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren um 9,5 Prozent mehr Frauen und Männer ohne Arbeit. Bei Langzeitarbeitslosen gab es einen Zuwachs von 39,5 Prozent, bei Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung ein Plus von 29,7 Prozent.

"Randgruppen" besonders gefährdet

Schwer haben es auch Behinderte (plus 27,7 Prozent), Ältere über 50 Jahre (plus 20,4 Prozent) und MigrantInnen (plus 15,3 Prozent). 91.000 Personen ohne österreichischer Staatsbürgerschaft sind arbeitslos. Immer schwerer wird es auch für Jugendliche. Um 7,2 Prozent mehr Junge haben eine Lehrstelle gesucht, gleichzeitig gab es um 15,5 Prozent weniger offene Lehrstellen.

Trotz Tourismus-Hauptsaison gab es in Tirol den höchsten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen (plus 13,9 Prozent). Den geringsten Zuwachs verzeichnete das Burgenland mit 3,6 Prozent.

Auffällig ist, dass der Frauenanteil bei den Jobsuchenden stärker angestiegen ist als jener der Männer. Bei Männern gab es einen Anstieg von 7,8 Prozent, bei Frauen von 12,1 Prozent. Einmal mehr verzeichnen die Gesundheitsberufe, der Tourismus und der Handel den stärksten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen.

Insgesamt lag die Arbeitslosenquote im Jänner bei 4,9 Prozent (Jänner 2013: 4,7 Prozent), teilte das Sozialministerium am Montag in einer Aussendung mit. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 0,5 Prozent auf 3.420.000. Im Vorjahr waren im Schnitt 427.587 Menschen ohne Arbeit. Seit 1. Jänner 2014 haben auch ArbeitnehmerInnen aus den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien freien Zugang zum Arbeitsmarkt in Österreich.

Hundstorfer: Österreich immer noch ein "Musterland"

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) meinte am Montag, im EU-Vergleich sei Österreich noch immer ein "Musterland". Bis zum Sommer werde die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) betreuten Personen saisonbedingt um 120.000 zurückgehen. "Die Liberalisierung des Arbeitsmarktes für Personen aus Bulgarien und Rumänien seit Jahresbeginn 2014 hat bei der Zahl der registrierten Arbeitslosen keine wesentlichen Veränderungen bewirkt. Der Bestand der Personen ohne österreichischem Pass steigt zwar vor allem branchen- und saisonbedingt mit 15,3 Prozent etwas stärker als der Durchschnitt, in den Monaten vor der Öffnung lag die Entwicklung mit Werten von jeweils mehr als 18 Prozent jedoch noch deutlich höher", so der Minister.

Die FPÖ hingegen glaubt, dass es bald 500.000 Arbeitslose gibt. Als Mittel gegen die steigende Arbeitslosigkeit ortet der Bundesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer, Bernhard Rösch, einen Stopp des "Importes billiger Ostarbeitskräfte".

ÖGB: Verfehlte Politik der Unternehmen

Die Gewerkschaft hingegen sieht die Wirtschaft säumig. "Regelmäßig setzen Firmen hunderte und tausende Beschäftigte auf die Straße, nicht, weil sie Verluste schreiben, sondern nur, um noch mehr Gewinn zu machen", so Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Dem kann wiederum die Industriellenvereinigung nichts abgewinnen. Vielmehr sieht sie die Regierung gefordert. "Die von der Regierung geplanten Schritte zur Modernisierung im Arbeitszeitrecht, wie insbesondere praxisgerechtere Höchstarbeitszeitgrenzen, müssen unverzüglich umgesetzt werden", betont Vize-Generalsekretär Peter Koren.

Ein Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer Personen lehnt die Industriellenvereinigung ab. Was wiederum die Arbeiterkammer nicht versteht. "Das angekündigte Bonus-Malus-Modell muss ohne Verzögerungen kommen. Wer zu wenig Ältere beschäftigt, soll zahlen", fordert AK-Präsident Rudi Kaske. (APA, 3.2.2014)

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    foto: apa
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