Chemiewaffen-Arsenal Libyens zerstört

3. Februar 2014, 12:02
18 Postings

Ende Jänner wurden die letzten Senfgas-Vorräte aus der Gaddafi-Zeit vernichtet

Während die internationalen Bestrebungen, das Chemiewaffenarsenal Syriens außer Landes zu bringen, sich massiv verzögern, berichtet die New York Times von einem Erfolg in dieser Hinsicht in Libyen. US-amerikanische und libysche Experten hätten in den letzten drei Monaten "diskret die letzten Überbleibsel" des Chemiwaffenarsenals Muammar al Gaddafis zerstört, so der Bericht. Ende Jänner waren die letzten Senfgas-Vorräte dann vernichtet. Benutzt wurde eine schwedische Technologie in Form eines transportablen Hochofens, in dem die Waffen bei Temperaturen von 750 bis 1000 Grad Celsius zerstört werden.

Damit sei sichergestellt, dass diese Massenvernichtungswaffen "niemals mehr in die Hände von Terroristen fallen", sagte der Berater des US-Verteidigungsministeriums, Andrew C. Weber, der Zeitung. Libysche Sicherheitsbeamte bestätigten den Einsatz. Paul F. Walker, Experte für Rüstungskontrolle der Organisation Grünes Kreuz nennt die Finalisierung der Vernichtung einen "großen Durchbruch".

Libyen war 2004 dem internationalen Übereinkommen zur Kontrolle und Vernichtung von Chemiewaffen beigetreten und hatte knapp 25 Tonnen Senfgas gemeldet und deren Vernichtung eingeleitet. 2011, zu Beginn des Ausbrauchs des Bürgerkrieges, waren etwa die Hälfte dieser Vorräte bereits zerstört. Nach dem Sturz Gaddafis entdeckte die neue libysche Führung weitere knapp zwei Tonnen Senfgas, die bereits in Hunderten Bomben und Artilleriegranaten einsatzbereit waren. Das abgeschlossene libysche Programm gilt als Role Model für das laufende Unternehmen in Syrien. (red, derStandard.at, 3.2.2014)

Share if you care.