Süd- und Nordkorea vor Verhandlungen über Familientreffen

3. Februar 2014, 09:45
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Gespräche auf Arbeitsebene sollen am Mittwoch stattfinden

Seoul/Pjöngjang - Die Regierungen Süd- und Nordkoreas stehen vor neuen Verhandlungen über Familientreffen von Verwandten aus beiden Ländern. Nach wochenlangem Stillstand bei der Terminsuche für weitere Gespräche bot Pjöngjang Verhandlungen in dieser Woche an, wie das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium am Montag mitteilte.

Seoul habe für Mittwoch zugesagt. Demnach soll das Treffen auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom stattfinden. Südkorea begrüße die "wenn auch verspätete" Antwort auf den Vorschlag für Gespräche zwischen den Rot-Kreuz-Verbänden beider Länder, so das Ministerium.

Pjöngjang hatte im Jänner erklärt, Südkorea könne selber den Termin für neue Familienkontakte bestimmen. Daraufhin hatte Südkorea den 17. bis 22. Februar für solche Verwandtentreffen vorgeschlagen. Seouls mehrfacher Aufruf zu Vorbereitungsgesprächen war aber zunächst unbeantwortet geblieben.

Warteliste für Besuch

Das Programm zu den Familientreffen aus dem Jahr 2000, in dessen Rahmen bisher tausende Menschen kurzzeitig ihre Verwandten treffen konnten, hätte bereits Ende September nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen werden sollen. Derzeit stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder aus dem Norden wiedersehen zu dürfen. Die Hälfte von ihnen ist bereits älter als 80 Jahre.

Zuletzt hatte es im Jahr 2010 Familienzusammenführungen gegeben, die stets sehr emotional abliefen. Unter Aufsicht des Roten Kreuzes trafen sich Verwandte, die seit dem Korea-Krieg der Jahre 1950 bis 1953 auf verschiedenen Seiten der innerkoreanischen Grenze leben. (APA, 3.2.2014)

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