"Krone" legt sich zu "Österreich" - aber nur kurz

2. Februar 2014, 19:22
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Gratis-Spezial zu Olympia für Graz - Nach dem Boxenstopp des Wiener Riesen könnte es auch die "Kleine" versuchen

Graz - Die "Krone" kostenlos aus der Entnahmebox? Gibt's derzeit in Graz. Zwar nicht die Zeitung, aber ihr tägliches Olympia-Spezial liegt seit Ende dieser Woche Seite an Seite mit "Österreich" an Straßenbahnhaltestellen der steirischen Hauptstadt. Die Gratis-Auflage des Spezials schätzen Branchenkenner auf an die 10.000 Stück. Nach STANDARD-Infos legt die "Krone" ihren Boxenstopp ein, sobald Sotschi nicht mehr olympisch mit dem Winter spielt.

Einzelverkauf leidet

Im November 2013 handelte sich Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) Watschen des Kleinformats ein, wohl jedenfalls auch, weil die Verkehrsbetriebe 90 Entnahmeboxen aufstellten, in denen seit Dezember Wolfgang Fellners "Österreich" aufliegt. Nicht immer frisch, glauben Grazer Bimfahrer zu beobachten; aber etwa am Bahnhof werde das Boulevardblatt gern genommen.

"Krone" und "Kleine Zeitung" sollen "Österreich" im Grazer Einzelhandel durchaus spüren. Nur: "Krone" und noch ein Stück mehr die "Kleine" der Styria gehen per Abo an Steirer und Steirerin. Der Trafikverkauf spielte eine vernachlässigbare Rolle.

Ablöse in der Beziehungskiste

Während in Wien bisher "Heute" allein in U-Bahn-Stationen aufliegt (wegen eines älteren Vertrags mit den Wiener Linien, den "Österreich" vor Gericht bekämpft), stellte Graz Doppelboxen für zwei Titel auf. Wenn die "Krone" sich nach den Spielen aus der Beziehungskiste mit der Fellner-Zeitung verabschiedet, könnte der steirische Lokalmatador auf Sicht ihren Platz übernehmen, wird derzeit in Graz spekuliert.

Eine tägliche Gratiszeitung der Styria ist ziemlich unwahrscheinlich, solange nicht Eva Dichands "Heute" einen neuen, ernsten Anlauf in Graz wagt: 2006 startete "Heute", die Styria kam ihr mit einem eigenen Gratisblatt namens "ok" zuvor. "Heute" gab nach gut einem Jahr im Juli 2007 auf, "ok verabschiedete sich da auch wieder vom Markt. Die Styria dürfte dieser Abwehrschlag nach STANDARD-Infos mehrere Millionen Euro gekostet haben.

Die "Kleine Zeitung" experimentierte schon mit wöchentlichen Best-of-Ausgaben ("G7") an Nichtabonnenten in Graz. Andere Regionalgrößen wie Russmedia wiederum flankieren ihre "Vorarlberger Nachrichten" mit Veranstaltungs-Ausgaben (die dort zweimal wöchentlich erschienen) - auch solche Formate soll die "Kleine" für die Boxen überlegen. (fid, derStandard.at, 2.2.2014)

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