OeNB: Pensionshöhe soll nicht angetastet werden

2. Februar 2014, 17:06
331 Postings

Disziplinarverfahren gegen Mitarbeiter

Wien - In der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hat man derzeit alle Hände voll zu tun - auch was die eigenen Mitarbeiter betrifft. Es gilt, die hausinterne Betriebspensionsreform in trockene Tücher zu bringen; dafür muss jeder einzelne der rund 550 Betroffenen zustimmen. Dieses Vorhaben soll bis März umgesetzt sein, man möchte ja dem Gesetz zu den "Luxuspensionen" zuvorkommen.

Wobei gemäß OeNB-Plänen die relative Höhe der Pensionszahlungen (85 bzw. 80 Prozent des Letztbezugs) gar nicht angetastet werden soll, wie der Standard erfahren hat. Und: Nicht erfasst von der hausinternen Regelung sind auch die Valorisierungen. Die Einkommen der OeNB-Pensionisten werden nämlich, wie die der aktiven Notenbanker, an die jeweilige Kollektivvertragserhöhung angepasst. In diesem - über die Zeit gerechnet ganz wesentlichen - Punkt haben sich die Verhandler nicht an die Empfehlung des Rechnungshofs gehalten. Er empfiehlt in seinem Rohbericht die Angleichung ans ASVG-System, gemäß dem die Pensionisten im Schnitt bestenfalls die Inflation abgegolten bekommen.

Auch in der Belegschaftsvertretung der OeNB ist es jüngst übrigens zu Neuerungen gekommen, denn der (freigestellte) Vorsitzende des Wiener Betriebsrats, Ferdinand Mramor (SPÖ), ist zum Gruppenleiter der Zentralbuchhaltung avanciert. Mramor ist nun nur noch einfaches Betriebsratsmitglied, ohne Freistellung. Zu seiner Nachfolgerin an der Spitze des Wiener Betriebsrats wurde Birgit Sauerzopf (SPÖ) gewählt. Die Juristin arbeitet in der Rechtsabteilung der OeNB und war auch in jener Arbeitsgruppe aktiv, die die Pensionsreform verhandelt hat.

Paketschwund in der Poststelle

Stichwort Rechtsabteilung: Auch zwei neue Disziplinarverfahren sind in der Bank anhängig. Eines dreht sich um einen Mitarbeiter der Poststelle, der in den vergangenen Jahren den Inhalt von Paketen nicht weitergeleitet, sondern lieber selbst behalten haben soll. Die OeNB hat ihn wegen Diebstahls angezeigt, das bankinterne Disziplinarverfahren läuft. Der zweite Fall dreht sich um einen Bankpensionisten in Kärnten. Er soll als Privater krumme Münzgeschäfte getätigt haben und wurde von der Staatsanwaltschaft angeklagt. Sollte das Disziplinarverfahren greifen, würde er (wie Ex-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek und Ex-Gelddruckerei-Chef Michael Wolf) um seine Betriebspension umfallen. (gra, DER STANDARD, 3.2.2014)

Share if you care.