Prozess gegen Mursi wegen Tötung von Demonstranten fortgesetzt

1. Februar 2014, 14:12
5 Postings

Ägyptens islamistischer Ex-Präsidenterkennt die Autorität der Richter nicht an

Kairo - Ägyptens islamistischer Ex-Präsident Mohammed Mursi erkennt die Autorität der Richter im Prozess um seine Beteiligung an der Tötung von Demonstranten nicht an. Gemeinsam mit weiteren Angeklagten drehte er der Richtertribüne den Rücken zu, berichteten ägyptische Medien am Samstag aus dem Gerichtssaal in Kairo. Während der Verhandlung hätten sich die Männer weitgehend still verhalten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem im Vorjahr vom Militär entmachteten Staatschef und 14 weiteren Angeklagten aus der Muslimbruderschaft vor, zum Mord an gegnerischen Demonstranten bei Unruhen vor dem Präsidentenpalast während Mursis Amtszeit angestiftet zu haben.

Mursi steht derzeit auch wegen eines Gefängnisausbruchs während der Revolte gegen den damaligen Präsidenten Hosni Mubarak im Jahr 2011 vor Gericht. Auch in diesem Verfahren hatte der Islamist deutlich gemacht, dass er die Richter nicht anerkennt. "Ich bin der legitime Präsident des Landes", rief er am Dienstag im Gerichtssaal. Darüber hinaus bereitet die Justiz weitere Verfahren gegen ihn wegen Spionage und Terrorismus sowie wegen Beleidigung der Justiz vor.

Unabhängig vom Strafverfahren gegen Mursi bestätigte ein Berufungsgericht in Kairo am Samstag die Auflösung der Muslimbruderschaft als eingetragener Verein. Damit bekräftigte es ein erstinstanzliches Urteil vom September 2013. Die Schließung von rund 1000 wohltätigen Stiftungen der Bruderschaft und der Einzug ihres Vermögens wird damit gleichfalls rechtskräftig. (APA, 1.2.2014)

Share if you care.