US-Gouverneur Christie in "Bridgegate"-Skandal stärker unter Druck

1. Februar 2014, 11:41
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Republikaner soll doch von Brückensperrung gewusst haben

New York - Im Skandal um die Teilsperrung einer viel befahrenen Brücke im US-Staat New Jersey ist der Gouverneur Chris Christie der Lüge bezichtigt worden. Der für die Schließung verantwortliche Behördenvertreter warf Christie laut Zeitungsberichten vor, entgegen seinen Beteuerungen von der Maßnahme gewusst zu haben. Der Gouverneur wies dies zurück.

Die "Bridgegate"-Affäre gefährdet die Ambitionen des Republikaners auf das Präsidentenamt im Jahr 2016. Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" veröffentlichten am Freitag einen Brief des Anwalts von David Wildstein, der bei der Hafenbehörde von New York und New Jersey für die George-Washington-Brücke zuständig war. Der Schulfreund Christies hatte die Sperrung angeordnet. Wildsteins Anwalt versichert in dem Schreiben, es gebe Belege dafür, dass Christie über die Schließung informiert gewesen sei. Wildstein und Kellys stellvertretende Stabschefin Bridget Anne Kelly, auf die die Initiative zurückgeht, wurden inzwischen gefeuert.

Kilometerlange Staus

Im September waren mehrere Spuren der viel befahrenen George-Washington-Brücke zwischen New York und der Stadt Fort Lee gesperrt worden. Vier Tage lang gab es deshalb kilometerlange Staus. Mitarbeiter Christies sollen die Maßnahme angeordnet haben, um Fort Lees Bürgermeister für mangelnde politische Unterstützung zu bestrafen: der Demokrat Mark Sokolich hatte sich vergangenes Jahr geweigert, Christies Wiederwahl zu unterstützen.

Christie putzt sich ab

Christie entschuldigte sich inzwischen für den "Bridgegate" genannten Skandal. Er bestreitet aber vehement, von dem Vorgang auf der George-Washington-Brücke gewusst zu haben. Stattdessen gab er seinen Mitarbeitern die Schuld. Auch gegen die jüngsten Vorwürfe setzte sich Christie am Freitagabend zur Wehr. Der Gouverneur habe keinerlei "vorherige Kenntnis von der Schließung der Brücke gehabt", bekräftigte sein Büro in einer Erklärung. Christie weise alle Behauptungen von Wildsteins Anwalt zurück.

Christie hatte sich Anfang November eine zweite Amtszeit als Gouverneur von New Jersey gesichert. Der populäre Gouverneur, der mit seinem Einsatz nach dem Hurrikan "Sandy" über Parteigrenzen hinweg Anerkennung erntete, gilt als möglicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner für 2016. Die "Bridgegate"-Affäre fügte seinem Image jedoch einigen Schaden zu. (APA, 1.2.2014)

  • Der Gouverneur von New Jersey Chris Christie kommt aus dem Bridgegate-Wirbel nicht mehr raus. Das könnte die eine mögliche Kandidatur des Republikaners bei den Präsidentschaftswahlen 2016 gefährden.
    foto: reuters/andrew kelly

    Der Gouverneur von New Jersey Chris Christie kommt aus dem Bridgegate-Wirbel nicht mehr raus. Das könnte die eine mögliche Kandidatur des Republikaners bei den Präsidentschaftswahlen 2016 gefährden.

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