Trainerlegende Luis Aragonés gestorben

1. Februar 2014, 11:07
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Spanischer Erfolgscoach verstarb im Alter von 75 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid

Der Begründer der Dominanz Spaniens bei den vergangenen Fußball-Welt- und Europameisterschaften ist tot. Trainerlegende Luis Aragones ist am Samstag in der Früh im Alter von 75 Jahren gestorben. Der "Weise von Hortaleza" erlag in einem Krankenhaus in Madrid einer nicht näher genannten Krankheit, bestätigten seine Familie, der spanische Verband (RFEF) sowie sein Ex-Club Atletico Madrid.

Seine Trainerkarriere hatte Aragones erst im Dezember offiziell beendet. Davor hatte er Spanien bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz zum ersten großen Titel seit der EM 1964 geführt. Seither hat die "Seleccion" alle großen Turnieren gewonnen, hat unter seinem Nachfolger Vicencte del Bosque die WM 2010 in Südafrika und zwei Jahre später auch die EM in Polen und der Ukraine für sich entschieden.

Vater des Erfolgs

Aragones fungierte von 2004 bis 2008 als Teamchef. Sein Vertrag war nach dem EM-Titel nicht verlängert worden, obwohl Aragones laut eigenen Angaben gerne geblieben wäre. Der Erfolgstrainer wird in Spanien noch immer als "Vater von La Roja" gefeiert, wie es die Sportzeitung Marca am Samstag in ihrer Online-Ausgabe ausdrückte. Fast alle Medien widmeten Aragones am Tag seines Ablebens Sondereditionen und Sondersendungen.

"Luis war eine Schlüsselfigur in der Geschichte des spanischen Sports", würdigte Del Bosque seinen Vorgänger. "Er war es, der den Weg zur Erfolgsära des Nationalteams eingeschlagen hat." Bis zu seiner Amtsübernahme hatten die Spanier zwar als hoch talentierte Mannschaft gegolten, waren bei großen Turnieren aber immer hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben.

Der streitbare Aragones reagierte mit der Ausbootung einiger prominenter Spieler - darunter Stürmerstar Raul oder dessen damaligen Real-Madrid-Kollegen Michel Salgado. Er installierte das beim FC Barcelona erfolgreiche Kurzpassspiel, in Spanien "tiqui-taca" genannt, und gab der Nationalmannschaft auch eine neue Identität. Bis zur WM 2006 war die "Seleccion" zwar in roten Trikots angetreten, den Beinamen "La Roja" prägte aber Aragones. Am 29. Juni 2008 stemmte sein Team nach einem 1:0-Finalsieg gegen Deutschland im Wiener Prater den EM-Pokal.

Vor dem Nationalteam hatte der aus dem Madrider Stadtteil Hortaleza stammende Trainer acht Clubmannschaften trainiert, darunter Atletico, den FC Barcelona, Valencia und den FC Sevilla. Atletico führte er 1977 zum Meistertitel. Nach seiner Trennung vom spanischen Verband heuerte Aragones 2008 bei Fenerbahce Istanbul an, wurde dort aber vorzeitig entlassen. Mehr als 50 Jahre war Aragones im Fußball tätig. Als Spieler wurde der torgefährliche Stürmer mit Atletico dreimal Meister. (APA, 1.2.2014)

  • Luis Aragonés hat den spanischen Kick fit gemacht.
    foto: epa/licovski

    Luis Aragonés hat den spanischen Kick fit gemacht.

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