Gefolterter Aktivist Bulatow darf Ukraine verlassen

1. Februar 2014, 08:55
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Deutscher Außenminister Steinmeier: Ukraine hat Ausreise zugesagt

Kiew - Der in der Ukraine nach eigenen Angaben gefolterte Aktivist Dmitro Bulatow darf offenbar in die EU ausreisen. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, sein ukrainischer Kollege Leonid Koschara habe ihm zugesagt, dass Bulatow am Sonntag ausreisen dürfe. Steinmeier bot dem Oppositionsaktivisten erneut an, sich in Deutschland medizinisch behandeln zu lassen.

Zunächst hieß es Bulatow werde in der Ukraine unter Hausarrest gestellt. Nach Bulatow werde seit dem 24. Jänner wegen des Verdachts der "Organisation massiver Unruhen" gefahndet, so das Kiewer Innenministerium am Freitag laut Interfax. Normalerweise wäre er in U-Haft gekommen, doch mit Rücksicht auf seine Verletzungen wurde nun Hausarrest verhängt.

Verschleppt und gefoltert

Bulatow war mehr als eine Woche, nachdem er als vermisst gemeldet worden war, am Donnerstag schwer verletzt in einem Dorf außerhalb Kiews aufgetaucht. Im ukrainischen Fernsehen schilderte er, wie er von Unbekannten verschleppt und gefoltert worden sei. Seine Entführer hätten ihm ein Ohr abgeschnitten, sagte Bulatow, dessen Gesicht und Körper völlig zerschunden waren.

Seine Erzählungen haben in der Ukraine und im Westen für Empörung gesorgt. Der Sprecher des Weißen Hauses äußerte sich "entsetzt". Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußerte sich besorgt über die Lage in der Ukraine und kündigte für kommende Woche einen erneuten Besuch in Kiew an. Dagegen erklärte das ukrainische Innenministerium am Freitag, es schließe nicht aus, dass Bulatow seine Entführung "inszeniert" habe, um heftige Reaktionen zu provozieren. (APA, 1.2.2014)

  • Fernsehbilder des gefolterten Ativisten Dmitro Bulatow.
    foto: reuters/handout via reuters tv

    Fernsehbilder des gefolterten Ativisten Dmitro Bulatow.

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