Demonstration in Wien gegen Homophobie in Russland

Ansichtssache31. Jänner 2014, 19:39
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Wien/Sotschi - Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi hat am Freitagabend in Wien unter dem Motto "To Russia with love" eine Demonstration gegen Homophobie in Russland stattgefunden. Rund 250 Menschen marschierten nach APA-Schätzung bei frostigen Temperaturen von der Staatsoper zum Sitz des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) und zur russischen Botschaft.

Zu der Kundgebung aufgerufen hatten mehrere Organisationen, darunter die Homosexuellen-Initiative (Hosi Wien) und das Rechtskomitee Lambda. Die Demonstranten forderten in Parolen lautstark die Wahrung der Menschenrechte von Schwulen und Lesben in Russland ein.

Kritik am ÖOC

Kritik gab es von den Veranstaltern am ÖOC. Dieses habe auf die Bitte der Aktivisten um ein Gespräch nie reagiert, hieß es auf der Webseite der Aktivisten. Die Initiative fordert die österreichischen Olympia-Organisatoren auf, Proteste und Solidaritätsbekundungen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden Sportler und Sportlerinnen gegen die homophoben Gesetze in Russland zu erlauben.

Der russische Präsident Wladimir Putin setzte nur wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi im Februar ein Gesetz durch seine Unterschrift in Kraft, dass "Schwulenpropaganda" - also positive Äußerungen über Homosexualität - unter Strafe stellt. International regt sich dagegen Protest. Zuletzt kündigten Spitzenpolitiker mehrerer westlicher Staaten an, die Spiele nicht besuchen zu wollen, etwa US-Präsident Barack Obama, der französische Präsident Francois Hollande, der britische Premier David Cameron und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck.

Aus Österreich wollen Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) nach Sotschi reisen. Faymann verteidigte am Donnerstag seinen Besuch in Sotschi vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE): Der Boykott einer internationalen Sportveranstaltung sei "kein geeignetes Mittel", die berechtigten Anliegen von Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen. (APA, 31.1.2014)

foto: apa/herbert pfarrhofer
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