Gebäudeseitige Zurüstungen für den "War for talents"

2. Februar 2014, 20:44
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Vierter Bauherrenkongress in Linz ging der Frage nach, welche Rolle Immobilien bei der Mitarbeiter-Motivation spielen

Linz - "Als Logistiker können wir nicht die tolle Innenstadtlage mit Kunst und Kultur bieten - wie sollten wir also sonst die besten Köpfe anlocken?" - Max Schachinger, Geschäftsführer von Schachinger Logistik, begründete mit diesem lapidaren Satz, warum sich sein Unternehmen dazu entschlossen hatte, die Zentrale in Hörsching um eine architektonisch und ökologisch beispielhafte Logistikhalle zu erweitern. Seit wenigen Monaten ist sie fertig, und mittlerweile sei die breit rezipierte Halle Mitarbeiter-Magnet Nummer eins, berichtete Schachinger auf dem 4. Bauherrenkongress von ÖGNI und M.O.O.Con am Dienstag in Linz. "Die Hälfte der Leute, die sich seitdem bei uns beworben haben, haben das wegen der neuen Halle getan."

"Gute Büros sind ein Muss"

"Gute, qualitätsvolle Büros sind ein Muss - insbesondere im 'War for Talents'", bestätigte auch Wilhelm Bauer von Fraunhofer IAO in Stuttgart auf dem Kongress, dessen Überthema die "Wechselwirkung zwischen Gebäuden und Menschen" war. Und Schachinger war dabei nicht der Einzige, der Bereicherndes aus der Praxis beizutragen hatte. Jason Harper, Immobilien-Chef von Google für Europa, Nahost und Afrika, sagte, dass Kreativität im Büro vor allem in zufälligen Begegnungen entstehe. Genau deshalb probiere er gerne neue Dinge aus, etwa einen Besprechungstisch mit Schaukelsesseln wie am Kinderspielplatz. Wichtig sei außerdem - neben der "guten Kantine" sowie der Möglichkeit, Hunde ins Büro mitnehmen zu können -, dass man Planer dazu ermuntere, "etwas Neues auszuprobieren", so Harper, der sein Büro in Hamburg hat.

Was freilich auch beinahe jeder der Teilnehmer so oder so ähnlich sagte: "Wirtschaftlich muss natürlich alles stimmen." Schließlich regiere immer noch das Geld die Wirtschaftswelt, darauf wies auch Ralf Tometschek von der Branding-Agentur "Identitäter" hin. Gute Architektur könne aber den Markenwert steigern und sei damit ein "Performance-Faktor". Man kann es aber auch über- treiben: Wird etwa zu viel Glas verwendet, weil man "Transparenz" signalisieren will, fühlen sich Mitarbeiter schnell beobachtet. Und wird nur in der Chefetage umgebaut, senkt das draußen die Moral. (Martin Putschögl, DER STANDARD, 1.2.2014)

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