Designierter NSA-Chef Rogers: Mann mit dem Händchen fürs Datenlesen

31. Jänner 2014, 17:31
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Insider singen Lobeshymnen auf den 53-jährigen Cyberwar-Spezialisten

Vizeadmiral Michael Rogers, der designierte Chef des US-Geheimdienstes NSA, steht vor der härtesten Herausforderung seiner Karriere - die NSA aus den Negativschlagzeilen herauszuholen.

Reform

Dabei muss er die von Präsident Barack Obama angeordnete Reform der weltweiten Datensammelei umsetzen. Das bedeutet im Klartext: Er muss seiner neuen Behörde Zügel anlegen, aber zugleich die Effizienz der Schlapphüte garantierten.

Insider singen Lobeshymnen auf den 53-jährigen Cyberwar-Spezialisten und Kryptologen. Wie kaum ein anderer könne er aus den Millionen täglich abgeschöpfter Metadaten die richtigen Informationen herausfiltern, um Kommunikation von Terroristen zu erfassen.

"Er versteht es, Verbindungen zwischen den Punkten herzustellen", zitiert die "New York Times" einen hohen Offizier, der namentlich nicht genannt werden will. "Andere erkennen Details und können diese beschreiben. Rogers sieht die Details und kann dazu eine Geschichte verzählen."

Grenada, Beirut und El Salvator

Dabei hat der Mann aus Chicago seine Karriere zunächst "ganz normal" bei den Streitkräften begonnen: Als Reservist für Ausbildung bei der Marine diente er in den 80er-Jahren in Konfliktherden wie Grenada, Beirut und El Salvator.

Mitte der 80er-Jahre unternahm Rogers den entscheidenden Sprung. Er spezialisierte sich auf Kryptologie, also die Bildung und Entschlüsselung von Geheimsprachen, und absolvierte eine Spezialausbildung in elektronischer Kriegsführung. Es folgten Einsätze auf Kriegsschiffen - darunter U-Booten - unter anderem im Arabischen Golf und im Mittelmeer.

Cybertätigkeit China

2003, als die USA in den Irak einmarschierten, wurde er in den prestigeträchtigen Joint Staff berufen, der dem Oberkommando der Streitkräfte zuarbeitet. 2007 wurde Rogers zum Geheimdienstdirektor für den Pacific Command ernannt - der einen besonderen Blick auf die Cybertätigkeit Chinas zu werfen hat. Zwei Jahre später rückte Rogers zum Geheimdienstchef im Joint Chief of Staff auf. (APA, 31.1. 2014)

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    foto: navy
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