Franziskus fordert Österreichs Bischöfe zum Missionieren auf

31. Jänner 2014, 16:03
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Papst bei Ad-limina-Besuch: Sakramentalen Dienst des Priesters nicht verdunkeln - Kirchenvertreter waren seit Montag in Rom

Wien - Mit einer "Road Map" von Papst Franziskus in der Tasche ist für Österreichs römisch-katholische Bischöfe am Freitag der Ad-limina-Besuch im Vatikan zu Ende gegangen. Seit Montag hatten sie in Rom über den Zustand in den einzelnen Diözesen berichtet, erstmals seit 2005. Auch die Ergebnisse der Familien-Umfrage des Vatikans wurden dem Heiligen Vater übergeben.

In zwei Gruppen durften die Bischöfe beim Papst zum Rapport antreten. Kardinal Christoph Schönborn mit den Bischöfen der Wiener Kirchenprovinz war am Montag an der Reihe, die Salzburger Kirchenprovinz unter Erzbischof Franz Lackner am Donnerstag.

"Gespräche auf Augenhöhe"

Der Tenor: Es habe sich um Gespräche auf "Augenhöhe" gehandelt, Franziskus habe die österreichischen Kirchenvertreter zudem in ihrem Tun ermutigt. Auch den Rat, nahe beim Kirchenvolk und den eigenen Priestern zu sein, habe es gegeben. Der Papst habe aber auch kritische Punkte, wie etwa die Pfarrer-Initiative von selbst angesprochen, berichtete Schönborn.

Am Donnerstag gab es als Höhepunkt eine viertelstündige Audienz für alle Bischöfe beim Kirchenoberhaupt, die diese als ermutigende und aufbauende Begegnung werteten, wie Lackner danach sagte. Franziskus hielt eine Rede, die er in der Folge schriftlich komplettierte und den Bischöfen sowie der Öffentlichkeit - via Radio Vatikan - zukommen ließ.

In dieser bestärkte der Papst die Kirche darin, missionarisch zu sein und sich nicht mit dem "rückläufigen Trend" beim Anteil der Katholiken im Land abzufinden. In Sachen Laien-Mitarbeit warnte er davor, "den sakramentalen Dienst des Priesters zu verdunkeln". Es gelte, aus den Pfarrzentren hinauszugehen und sich den "Suchenden" zuzuwenden.

Lob vom Papst

Auch Lob gab es. "Wir dürfen Gott dankbar sein für das, was die Kirche in Österreich zum Heil der Gläubigen und zum Wohl vieler Menschen wirkt", so der Papst. Er hob auch den "ständigen Zuwachs der Solidarität" unter Österreichs Katholiken und die großzügigen Gaben für Caritas und andere Hilfswerke hervor.

Schönborn bezeichnete diese Botschaft als "Road Map" für die missionarische Erneuerung der Kirche. "Wir kehren ermutigt, gestärkt, zugleich aber auch sehr herausgefordert nach Österreich zurück. Papst Franziskus legt uns die Latte sehr hoch, und das tut uns gut", sagte er.

Der Ad-limina-Besuch, also "an den Schwellen" der Apostelgräber, dient der Berichterstattung im Vatikan zur Lage in den Diözesen. Den feierlichen Abschluss begingen die österreichischen Kirchenvertreter am Freitagnachmittag mit einer Messe in der Basilika San Paolo Fuori le Mura, zelebriert von Lackner. (APA, 31.1.2014)

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