Dreißig Tote bei Kämpfen in Zentralafrikas Hauptstadt Bangui

31. Jänner 2014, 15:41
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EU gibt weitere 45 Millionen Euro Hilfe für Krisenstaat frei

Bangui - Bei Kämpfen in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui sind nach Angaben des Roten Kreuzes in den vergangenen drei Tagen mindestens 30 Menschen getötet worden. Er sei sehr besorgt über das "beispiellose Niveau der Gewalt" in Bangui, sagte der Leiter einer Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Georgios Georgantas, am Freitag.

Es seien 30 Leichen von den Straßen geborgen worden, mindestens 60 Menschen seien bei den Auseinandersetzungen verletzt worden.

Höhere Opferzahl befürchtet

Da viele Familien selbst ihre Toten begraben, ist davon auszugehen, dass die wahre Opferzahl höher ist. Georgantas rief die 7.000 Soldaten der französischen und afrikanischen Friedenstruppen auf, "ihrer Verantwortung" gerecht zu werden, um den monatelangen Konflikt zu beenden. Zudem rief er dazu auf, die Helfer des Roten Kreuzes bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Auf dem Weg zu Verletzten müssten sie an jeder Straßensperre erneut verhandeln, sagte der Delegationsleiter. Dies gefährde das Leben der Verletzten und bereite den Mitarbeitern "viel Stress".

Die EU-Kommission kündigte am Freitag an, den Krisenstaat mit weiteren 45 Millionen Euro an Hilfsgeldern zu unterstützen. Die Summe enthalte "nicht nur Entwicklungshilfe", sondern solle auch dazu beitragen, die Sicherheit für die Bevölkerung zu verbessern, sagte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs. Die EU hatte der Zentralafrikanischen Republik bereits zuvor 150 Millionen Euro Hilfe zugesagt.

Eingreiftruppe

Mit den neu freigegebenen Geldern soll die Organisation die für das Jahresende geplanten Wahlen unterstützt werden. Mehr als die Hälfte - 25 Millionen Euro - sollen aber in die afrikanische Eingreiftruppe MISCA fließen. Die EU will selbst bis zu 600 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik entsenden, um den französischen und afrikanischen Soldaten bei der Befriedung des Landes zu helfen. Der UN-Sicherheitsrat hatte das Vorhaben am Dienstag gebilligt.

In der Zentralafrikanischen Republik hatte das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Seleka im März 2013 Präsident Francois Bozize gestürzt. Sein Nachfolger Michel Djotodia löste Seleka offiziell auf, doch sind die Milizen weiter aktiv. Der Putsch stürzte das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen, bei denen in den vergangenen Wochen mehr als tausend Menschen getötet wurden.

Da es Djotodia nicht gelang, die Gewalt in den Griff zu bekommen, trat er am 10. Jänner auf Druck der Nachbarstaaten zurück. Die jüngst eingesetzte Übergangspräsidentin Catherine Samba Panza sprach sich für mehr ausländische Truppen im Land aus. (APA, 31.1.2014)

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