Karl-Heinz und sein Detlef

31. Jänner 2014, 17:02
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Da man nicht jeden Tag knackige 45 wird, beschenkte die Gemahlin den Jubilar mit einer waschechten Porno-Torte

Die aktuellen Wintertage lösen in Karl-Heinz Grasser gewiss widersprüchliche Empfindungen aus. Vor wenigen Tagen war die Welt noch in Ordnung. Der internationale Jetset machte in Kitzbühel Station. Die High Society nahm die Schussfahrten einiger Bauernbuben zum Anlass, KHGs 45. Wiegenfest zu feiern.

Da man nicht jeden Tag knackige 45 wird, beschenkte die Gemahlin den Jubilar mit einer waschechten Porno-Torte. Der Tisch bog sich förmlich unter der süßen Last. Das Spitzenerzeugnis der Zuckerbäckerkunst war täuschend echt einem Damenleib nachgebildet worden. Auf den Körbchen des stilisierten Büstenhalters aber prangten die Namen zweier Herren. Seither herrscht nicht nur in Kitzbühel und Umgebung Rätselraten. Die Herkunft des Namens "Karl-Heinz" kann man sich zur Not erklären. Doch wer zum Teufel ist "Detlef"? Grassers Anwalt Ainedter heißt doch Manfred!?

Noch sind die letzten hautfarbenen Krümel nicht aufgegessen, da bot sich für KHG bereits die Möglichkeit, mit dem Land abzurechnen. Die ORF-Sendung "Am Schauplatz" lieferte auf hinreißend analytische Art den Nachweis, dass, wer ungeschoren den Mühlen der Justiz entrinnen will, Unmengen Geldes investieren muss.

An der Seite seines Anwalts (siehe oben) skizzierte Grasser die Nöte eines Mannes, gegen den vonseiten des Staates seit vier Jahren ermittelt wird. Er werde vom reichlich investierten Geld "keinen Cent" wiedersehen. Er lebe heute als Berater, von dem immer weniger Klienten beraten werden wollen.

Ich bin desillusioniert, was den Rechtsstaat betrifft", sagt Grasser. Noch muss man nicht sammeln. Vielleicht kann Karl-Heinz bei Detlef Geld borgen. (Ronald Pohl, DER STANDARD, 1./2.2.2014)

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