Fit-&-proper-Tests für Banker im Visier

31. Jänner 2014, 17:08
posten

Oberste Banker und ihre Aufsichtschefs müssen der Finanzmarktaufsicht nachweisen, womit ihre Bank das Geld verdient.

Seit Jahresanfang müssen nicht nur die obersten Banker und ihre Aufsichtschefs bei der Finanzmarktaufsicht nachweisen, dass sie wissen, womit ihre Bank das Geld verdient, sondern es müssen sich auch alle Aufsichtsmitglieder und Schlüsselkräfte der Bank wie etwa Risikochefs, interne Revisoren oder Compliance-Officer für solche sogenannten Fit-&-proper-Tests rüsten. Ausgenommen sind die Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat.

Schon im Vorfeld hatte diese Novelle zum Bankwesengesetz, die mehr Fachkompetenz in den Führungsgremien der Geldinstitute erreichen will, für Aufregung gesorgt. Einerseits fühlten sich Banker zu kleinen Prüflingen degradiert, hatten Angst vorm Durchfallen. Andererseits hat sich dadurch für Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und spezialisierte Trainer ein neues Geschäftsfeld eröffnet.

Checklisten mit "Hakerl"

Kritik gab es auch am Inhalt der Prüfungen, die stichprobenartig durchgeführt wurden und werden: zu sehr rechtlich fixiert, zu sehr darauf angelegt, Gesetzespassagen zitieren zu können, heißt es.

Nun wird gewarnt, dass Banken kaum mehr externe Aufsichtsräte gewinnen können, wenn es nur mehr um Checklisten mit "Hakerl" gehe. Von "heißen Diskussionen in Banken" berichtet auch Hannes Enthofer, mit seinem "Finance Trainer" einer der ganz großen Anbieter im Bereich Finanz-Know-how. Er bietet nun gemeinsam mit Binder Grösswang Spezialkurse an, damit in den Personalakten der Banken die Expertise "Fit & proper" extern (zusätzlich zur hausinternen Schulung) belegt werden kann. Mit Unverständnis reagiert der Experte auf die Ausnahmen für Belegschaftsvertreter. (kbau, DER STANDARD, 1.2.2014)

Share if you care.