Rüstungsverkäufe westlicher Firmen erneut gesunken

31. Jänner 2014, 18:50
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Sipri-Studie sieht aber Zuwächse für Rest der Welt

Stockholm – Der Umsatz der 100 weltweit größten Waffenproduzenten hat im Jahr 2012 erneut deutlich abgenommen, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht. Das Absinken habe allerdings vor allem westliche Firmen betroffen. Unternehmen aus dem Rest der Welt verzeichneten deutliche Zuwächse, russische Firmen um rund 30 Prozent.

Den Umsatz der Top 100 im Jahr 2012 bezifferten die Experten mit insgesamt 395 Milliarden Dollar (rund 290 Milliarden Euro), ein Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür seien vor allem Einsparungen in den Verteidigungsbudgets westlicher Staaten, heißt es in dem Bericht. Allerdings befinden sich unter den Top 100 der Waffenverkäufer noch immer 73 Unternehmen aus Nordamerika und Westeuropa, ihr Anteil am Handel lag bei 86,7 Prozent. An erster Stelle lag die US-amerikanische Firma Lockheed Martin, vor Boeing und der britischen BAE Systems. Die europäische EADS lag auf Platz 7.

Hohe Zuwächse in Russland

Erster nichtwestlicher Eintrag auf der Liste ist die russische Almaz-Antei auf Rang 14 (rund vier Milliarden Euro), die höchste Platzierung einer russischen Firma seit dem ersten Erscheinen der Top-100-Liste im Jahr 2002. Der Zuwachs geht vor allem auf inner-russische Investitionen zurück, die schon zuvor hohen Exporte sind nicht stark gewachsen.

Für jene Unternehmen in den Top 100, die nicht aus Nordamerika oder Westeuropa kommen, wurde von den Studienautoren insgesamt ein Zuwachs von 13,6 Prozent errechnet. Wären zusätzlich auch chinesische Firmen erfasst, was wegen der Intransparenz der chinesischen Rüstungsindustrie nicht der Fall ist, wäre der Kontrast zwischen Rückgängen im Westen und Zuwächsen in der restlichen Welt noch deutlicher zu erkennen, heißt es in dem Papier. (mesc, dpa/DER STANDARD, 1.2.2014)

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