Schachteln voller bunter Welten

31. Jänner 2014, 17:59
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Der New Yorker Filmkritiker Matt Zoller Seitz hat mit "The Wes Anderson Collection" ein Kompendium über den Filmemacher zusammengetragen

Wes Andersons neuer Film The Grand Budapest Hotel wird kommenden Donnerstag die 64. Berlinale eröffnen. Wie schon in früheren Filmen des für seine eigensinnigen Weltentwürfe bekannten US-Amerikaners wird darin ein illustrer Ort die Handlung mitbestimmen: ein Nobelhotel in den Bergen, das zwischen den Weltkriegen zum Schauplatz eines Erbschaftsstreits wird.

Wer die Zeit bis zum regulären Filmstart verkürzen will, findet in einem prächtigen Filmbuch nun reichlich Ablenkung: Der New Yorker Filmkritiker Matt Zoller Seitz hat mit The Wes Anderson Collection ein maßgebliches Kompendium über den Filmemacher zusammengetragen, das dessen visuelle Grandezza schon durch sein Coffee-Table-Format und die liebevollen Zeichnungen des Argentiniers Max Dalton beschwört.

Die detailreichen Nachschöpfungen der Figuren- und Puppenhauswelten des Regisseurs sowie zahlreiche Skizzen, Szenen- und Setfotos begleiten Interviews, die von Andersons Debüt von 1996, Bottle Rocket, bis zur Teenagerromanze Moonrise Kingdom (2012) führen. Seitz steuert zudem kurze, pointierte Essays zu den einzelnen Filmen bei. Das Vorwort stammt vom US-Schriftsteller Michael Chabon, der das Werk von Wes Anderson mit Joseph Cornell und Vladimir Nabkokov vergleicht: Schachteln, die ganze Welten enthalten. (Dominik Kamalzadeh, Album, DER STANDARD, 1./2.2.2014)

  • Matt Zoller Seitz, "The Wes Anderson Collection". € 28,50 / 335 Seiten. Abrams, New York 2013
    foto: friesenbichler

    Matt Zoller Seitz, "The Wes Anderson Collection". € 28,50 / 335 Seiten. Abrams, New York 2013

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