Lotto verhilft Casinos Austria zu kleinem Plus

31. Jänner 2014, 11:56
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Wien - Der Casinos-Austria-Konzern hat im Jahr 2013 erneut von der ungebrochenen Lust der Österreicher am Online-Zocken profitiert. Dank der Beliebtheit der Lotterien-Plattform win2day ging sich in der Gruppe ein Mini-Umsatzplus aus. In den 12 heimischen Casinos gaben die Gäste allerdings weniger aus. Und im Ausland machte dem Management der Lizenzentzug in Argentinien einen Strich durch die Rechnung.

Die Auslandstochter Casinos Austria International (CAI) war in den vergangenen Jahren das große Sorgenkind des Konzerns, 2010 war die einstige Cashcow erstmals in ihrer Geschichte ins Minus gerutscht, der Verlust hatte 35,2 Mio. Euro betragen. Seitdem steht Konzernchef Karl Stoss auf der Kostenbremse und hat der CAI eine Rosskur verpasst. "Im Wesentlichen" sei der Turnaround nun geschafft, bei gleich hohem Umsatz wie 2012 sei beim operativen Ergebnis eine "deutliche" Verbesserung zu erwarten, teilten die Casinos am Freitag mit.

Ob die CAI das von Stoss im Jahr 2011 erklärte Ziel, 2013 endgültig in die Gewinnzone zurückzukehren, erreicht hat, ist allerdings noch nicht klar. Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor.

"Schwerer Schlag"

Definitiv ein "schwerer Schlag" war der Lizenzentzug in Argentinien. Die lokale Tochtergesellschaft Enjasa war in dem Land mit Geldwäschevorwürfen konfrontiert und musste den Betrieb schließen. Zwar will das Management weiterhin kämpfen, um die Konzession zurückzuerhalten, jedoch sind bereits "entsprechende Vorkehrungen für allfällige Wertberichtigungen" getroffen worden. Ende 2013 schon hat die Muttergesellschaft die Auslandstochter mit einer Geldspritze von 40 Mio. Euro versorgt.

Besser läuft indes die Sanierung der Problemspielbanken in Niedersachsen und Brüssel. Das deutsche Casino habe bereits erste Gewinne abgeworfen, jenes in der EU-Hauptstadt sei "auf gutem Weg zurück in Richtung schwarzer Zahlen".

Trotz Rückzugs aus einigen Ländern (Chile, Tschechien, Italien) sowie aus den Bereichen Gastronomie und Entertainment streckt die CAI ihre Fühler wieder etwas hin zur Expansion aus. "Ein Dutzend" Casino- und Automatensalonprojekte habe man derzeit am Radar, etwa in Vietnam, Kanada und Mazedonien.

Gute Nachrichten vom Lotto

Im Inland waren es wieder die Österreichischen Lotterien, die für positive Nachrichten sorgten. 2013 wurde die Umsatzmarke von 3 Mrd. Euro überschritten, ein Plus von 3,2 Prozent auf voraussichtlich 3,05 Mrd. Euro. Treiber sind aber schon lange nicht mehr die guten alten Lottoscheine - hier musste der Konzern sogar einen Umsatzrückgang von 6 Prozent auf 573 Mio. Euro hinnehmen, weil es weniger Jackpots gab. Gegamblet wird heutzutage online: Die zu den Lotterien gehörende Internetseite win2day.at spielte einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro ein, ein Zuwachs von 5 Prozent. Auch die 13 Automatenspielhallen tragen schon fast gleich viel bei wie Lotto "6 aus 45": Die WINWIN-Outlets legten um ein Fünftel auf 551 Mio. Euro zu.

In die Casinos im Inland sind wieder etwas mehr Gäste gekommen, 2,36 Millionen (+1,7 Prozent). Die Spielbanken lockten im "Glücksjahr" 2013 mit zusätzlichen Gewinnen im Wert von 1 Mio. Euro. Offenbar haben die Besucher aber trotzdem weniger Geld bei Roulette und Co. liegengelassen: Der Umsatz der Casinos und In- und Ausland dürfte "knapp unter den Werten von 2012 liegen".

Unterm Strich kommt für 2013 ein kleines Plus heraus. Die Gruppe setzte 2013 knapp 3,57 Mrd. Euro um, im Rekordjahr 2012 waren es 3,54 Mrd. Euro gewesen. Ergebniszahlen werden erst im April bekanntgegeben. Dann sollte auch schon feststehen, wer die Lizenzen für die drei zusätzlichen Casinos in Wien und Niederösterreich bekommt. Für die Konzessionen haben sich neben den Casinos Austria auch der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic, die deutsche Gauselmann-Gruppe sowie die vorrangig in Nordamerika aktiven börsenotierten Century Casinos beworben.

Die 12 alten Lizenzen, die das Finanzministerium nach einem EuGH-Urteil erstmals ausschreiben musste, verblieben bei den Casinos Austria. Wobei diese ihren unrentablen Standort Bad Gastein zusperren und stattdessen Anfang 2016 ein Casino in Zell am See aufsperren wollen.

Die Glückszahl des Jahres 2013 war übrigens nicht die 13, sondern die 11: Beim Lotto wurde sie in den 104 Runden 22-mal gezogen. Am seltensten kam die 29, sie rollte nur fünfmal aus dem Trichter. Die Wahrscheinlichkeit für einen Sechser liegt in Österreich bei 0,000012277 Prozent. (APA, 31.1.2014)

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