Streik der Santander-Spieler: Kein Viertelfinale

30. Jänner 2014, 21:40
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Rückspiel gegen Real Sociedad wird wegen ausstehender Gehälter nicht bestritten

Zu einer außerordentlichen Maßnahme griffen am Donnerstag die Spieler von Racing Santander. Die Mannschaft des zuletzt in die dritte Liga abgestiegenen Ex-Erstligisten weigerte sich, im Viertelfinal-Rückspiel des spanischen Pokals anzutreten. Grund für die Protestmaßnahme sind seit Monaten ausstehende Spielergehälter seitens des Vereins.

Beim Anpfiff versammelten sich die Spieler im Mittelkreis und unterrichteten den Schiedsrichter darüber, dass sie nicht zu spielen gedenken. Es kam zur Umarmung mit den Gegnern - kurz darauf gingen die Spieler zu den Fans und applaudierten dem Publikum, was dieses ihnen gleich tat. Racing Santander hatte sich 2008 noch für den UEFA Cup qualifiziert. 2011 wurde der damalige Erstliga-Verein von einem indischen Business Tycoon übernommen, der in der ersten Saison drei Mal den Trainer austauschen ließ, woraufhin der Klub zweimal hintereinander abstieg.

Die Mannschaft hatte diesen Schritt schon im Vorfeld des Copa-del-Rey-Spiels angekündigt, sollte der Vereinsvorstand nicht zurücktreten. Die spanische Spielergewerkschaft AFE und die internationale Fußballervereinigung FIFpro unterstützen die Protestmaßnahmen. Auch von anderen spanischen Fußballern, wie dem Nationalteam-Torhüter Pepe Reina (Napoli), Alvaro Negredo (Manchester City) oder Gerard Deulofeu (Everton) kamen über Twitter schnelle Solidaritätsbekundungen.

Das Hinspiel im Pokal hatte der 101 Jahre alte Klub Santander übrigens mit 1:3 verloren. Real Sociedad trifft nun im Halbfinale auf den FC Barcelona. (red, derStandard.at, 20.1.2014)

  • Spieler und Fans scheinen sich über den angekündigten Boykott einig.
    foto: apa

    Spieler und Fans scheinen sich über den angekündigten Boykott einig.

  • Spielergewerkschafts-Präsident Luis Rubianes (li.) eilte den Santander-Spieler (Francis, re.) zu Hilfe.
    foto: apa

    Spielergewerkschafts-Präsident Luis Rubianes (li.) eilte den Santander-Spieler (Francis, re.) zu Hilfe.

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