Der Weg zum Libro-Prozess

30. Jänner 2014, 18:43
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  • April 2005: Ex-Libro-Chef André Rettberg wird wegen betrügerischer Krida angeklagt. Nach mehr als fünf Jahren Flucht kehrt er nach Österreich zurück. Die Justiz wirft Rettberg nach der 334-Mio.-Euro-Libro-Pleite (im Jahr 2001) grobe Fehler und betrügerische Krida vor.
  • April 2006: Der Prozess gegen Rettberg und zwei Wirtschaftsanwälte beginnt. Die Anklage legt Rettberg, der mit Krediten Libro-Aktien gekauft hatte und nach der Pleite hoch verschuldet war, im Wesentlichen zur Last, privates Vermögen vor Gläubigern versteckt zu haben.
  • Mai 2006: Rettberg wird wegen versuchter betrügerischer Krida zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Acht Monate davon verhängte der Schöffensenat unbedingt. Rettberg beruft.
  • September 2008: Das OLG Wien bestätigt das Urteil, Rettberg erhält Strafaufschub.
  • Oktober 2009: Die Staatsanwaltschaft klagt Rettberg und vier weitere Beschuldigte an. Die Vorwürfe: Untreue und Beteiligung daran, schwerer Betrug und Bilanzfälschung im Sinne des § 255 Aktiengesetz. Zwei Beschuldigte beeinspruchen die Anklage, das OLG weist diese im August 2010 ab. Am 17. Jänner 2011 startet der Strafprozess.
  • 21. Juni 2011: Nach 33 Verhandlungstagen folgen die Urteile: In erster Instanz und nicht rechtskräftig wird Rettberg zu 3,5 Jahren Haft Zusatzstrafe verurteilt. Die Schuldsprüche erfolgen wegen Untreue und Bilanzfälschung. Im Punkt des schweren Betruges erfolgen fünf Freisprüche. Berufungsverfahren folgen. (bpf, DER STANDARD, 31.1.2014)
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