Diagonale feiert Kamerafrau

30. Jänner 2014, 17:27
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Eröffnung mit Film über Kunsthistorisches Museum

Graz - Diagonale-Intendantin Barbara Pichler verriet am Donnerstag in der Needle des Grazer Kunsthauses Höhepunkte des heurigen Festivals des österreichischen Films (18. bis 23. März).

Eröffnet wird mit einem Dokumentarfilm, genauer gesagt mit einem Institutionsporträt: Das große Museum des gebürtigen Salzburgers Johannes Holzhausen (Auf allen Meeren) begleitet den Alltag und die Arbeit im Kunsthistorischen Museum während der Zeit der Restaurierung und Wiedereröffnung der Kunstkammer.

Holzhausen arbeitet ohne Off-Kommentar, Musik und Interviews. Er lässt das Publikum mit der Kamera eineinhalb Stunden lang ganz in die ziemlich einzigartige Institution eintauchen.

Das internationale Special ist heuer der französischen Kamerafrau Agnès Godard gewidmet. Godard wurde vor allem durch ihre Arbeiten mit der Regisseurin Claire Denis (zuletzt Les salauds) bekannt. Für Pichler gab es mehrere Gründe für den Godard-Schwerpunkt. Erstens weil die Kreativität der Kameraleute oft im Hintergrund bleibt. Zweitens weil selten Frauen in diesem Beruf so weit kommen wie Godard. Drittens wegen der bemerkenswerten Arbeitsweise der Kamerafrau. "Sie entwirft in enger Kooperation mit der Regie ein Konzept, in dem sie sich dann frei bewegen kann", führt Pichler aus.

Die heimische Personale ist heuer anlässlich seines 60. Geburtstages Manfred Neuwirth gewidmet. Gezeigt wird eine größere Auswahl seiner Filme seit den 1970er-Jahren, etwa Schabauer (1973), magic hour (1999), Vom Leben Lieben Sterben - Erfahrungen mit Aids. 20 Jahre später (2013).

Während des Festivals jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Peter Lorre. Die Diagonale ehrt den von den Nazis vertriebenen Wiener Schauspieler, Autor und Regisseur aus diesem Anlass mit fünf Filmen, darunter Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder.

Der Festival-Trailer every body stammt von Michaela Grill. Ihre Installation Mein rastloses Herz im Grazer Kunsthaus ist eine Kooperation mit Heimo Zobernig und Eric Kläring. (cms, DER STANDARD, 31.1.2014)

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