Wirtschaftsjournalisten: Mit Beruf zufrieden, kostet Energie

30. Jänner 2014, 17:26
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Horst Pirker, bald News-Verlagschef, empfiehlt die Definition des Marktes über Zielgruppen

Wien/Hamburg – Trotz schwerer Arbeitsbedingungen sind Wirtschaftsjournalisten laut einer Studie von Integral mehrheitlich mit ihrem Beruf zufrieden. Sie beklagen allerdings erhöhten Druck und Personalabbau. 14 Prozent sind Interventionen ausgesetzt. "Von mir sicher nicht", sagte Horst Pirker, ab Juni News-Verlagschef, in Wien. Er empfiehlt die Definition des Marktes über Zielgruppen. Ob Inhalte dann "auf Papier, iPad oder Smart-TV wiedergegeben werden, ist nebensächlich."

Die Verschmelzung von Print und Online jedoch "kostet viel Energie", sagte Regina Bruckner, stellvertretende STANDARD-Wirtschaftschefin. Dass es hier noch viel zu tun gibt, zeigt Spiegel.de. Ein von Online-Chef Rüdiger Dietz geleitetes Konvergenzprojekt trägt den vielsagenden Titel "Projekt Eisberg". (prie, DER STANDARD, 31.1.2014)

News-Verlagschef Horst Pirker rät in Zusammenhang mit der Presseförderung ("Hilflosenzuschuss") davon ab, etwas "unter Naturschutz" zu stellen. Unternehmen wie Twitter, Google oder Facebook ziehen Geld vom Markt ab, das sei "Teil der Wirklichkeit und muss uns ausreichend Sorgen machen, ohne dass wir wehklagen. Die Monetarisierung dieses Traffics passiert nicht in Österreich."

Er fordert Offensiven statt "Rückzugsgefecht": "Sparen ist wichtig, aber für sich alleine noch kein Konzept. Trotzdem müssen Medien erfolgreich sein. Das ist im Moment eine große Herausforderung. Uns muss mehr einfallen, als nur die Kosten zu senken." 

Spardruck dürfe keine Ausrede sein, sagt Michael Csoklich, Leiter des Wirtschaftsressorts der ORF-Radio-Information: "Unser Anspruch ist ein hoher, und es gelingt uns nicht immer, ihn einzulösen."

Kein Journalismus heute ohne Social Media. "Das darf man nicht mehr wegdenken. Es ist eine Pflicht, dass sich Journalisten damit auseinandersetzen", sagt Waltraud Langer, Leiterin der ORF-TV-Magazine. 

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